Hauswasserbüffel - Austria-Forum : Heimatlexikon
Hauswasserbüffel#

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Die Hauswasserbüffel (Bubalus bubalis) stammen vom Asiatischen Wasserbüffel (Bubalus arni) ab. Die Domestikation erfolgte wahrscheinlich in den Reisanbaugebieten von Süd- und Indochina. Sie gelangten laut BÖKÖNYI möglicherweise schon im 7. Jh. nach Europa und waren in Italien und Südosteuropa verbreitet. Auf den Balkan und in die Karpaten kamen sie mit den Türken, in Ungarn tauchten sie im 15. und 16. Jh. auf.
ALTMANN unterscheidet zwei Typen von Hausbüffeln, den Sumpf- und den Milchbüffel. Der Sumpfbüffel ist ein Arbeitstier, das auch zur Fleischgewinnung verwendet wird. Der Milchbüffel wird hauptsächlich wegen der fetten Milch gehalten (Mozzarella, ital. Büffelkäse), Fleisch ist das Nebenprodukt. In den büffelhaltenden Donauländern (Rumänien, Ungarn, ehem. Jugoslawien, Bulgarien) wird die Zugleistung zugunsten der Milchleistung zunehmend vernachlässigt.
Die Büffel verdauen grobe, zellulosereiche Pflanzennahrung wesentlich besser als echte Hausrinder und sind generell viel genügsamer als diese. Sie benötigen zu ihrem Wohlbefinden jedoch ausreichend Wasser und Schlamm zum Wälzen und Ruhen, da sie trockene Hitze schlecht vertragen.
In Ungarn werden heute noch im Naturschutzreservat Hortobagy und im Balaton-Gebiet einige Populationen von Wasserbüffeln gehalten, die jedoch zum Teil auf rumänische Importe zurückgehen. Der relativ kleine und gedrungene Westungarische Wasserbüffel stellt eine Rarität unter den Haustieren dar; er wird auch im Tierpark Schönbrunn in Wien gehalten, weitere Restbestände sind im Tierpark Güssing, im Steppenzoo Pamhagen, im Nationalpark Neusiedlersee, im Gebiet Kis-Balaton und im Zoo von Veszprem zu sehen.
Diese schwarzbraunen, langhaarigen Büffel können als Dreinutzungsrinder bezeichnet werden. Die Zugleistung ist groß, allerdings nur im langsamen Tempo; die Tiere - vor allem die Ochsen - sind sehr gutmütig und leicht zu führen. Um arbeitsfähig und willig zu bleiben, muß man ihnen während der Mittagshitze Gelegenheit für ein Schlammbad bieten. Beide Geschlechter tragen kräftige, geschwungene Hörner mit dreieckigem Querschnitt. Obwohl sich die verschiedenen Hausbüffelrassen etwas unterscheiden, wird hier aus Platzgründen auf eine nähere Beschreibung verzichtet.
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Martin Haller. Seltene Haus- und Nutztierrassen. Leopold Stocker Verlag, Graz 2000; 2. Auflage 2005.
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)
