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Heilige Kummernus von Geistthal#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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BHl. Kummernus
Hl. Kummernus — Jungfrau mit Männerbart
© Willi Senft

Geistthal Geistthal, Steiermark ist einer der besonders abgeschiedenen Orte der Steiermark; zu Füßen der Gleinalm gelegen. Hier finden sich noch historische und volkskulturelle Schätze. Am Dorfplatz steht z. B. das aus dem Jahre 1539 stammende Amtshaus des Stiftes Rein, das sogenannte „Buchhaus". Der massive Steinbau ist mit einem Turm versehen und heute mit dem anschließenden Gasthaus „Kollmann" baulich verbunden. Im Stiegenhaus findet sich eine spätrömische Säule mit Weinranken und der Darstellung eines Fuchses.

Sehenswert ist auch der hohe Dachstuhl des Hauses, aus dessen Dachlucke die Köpfe zweier Braunbären herausschauen; es soll sich dabei um die letzten, im Gleinalmgebiet erlegten Bären handeln.

Als größten Schatz birgt das Haus aber die Holzplastik einer sogenannten Heiligen Kummernus aus dem 17. Jahrhundert. - Die Kirche selbst kennt keine Heilige dieses Namens, und doch geht ihre Verehrung bis in das 15. Jahrhundert zurück. Darstellungen dieser „Heiligen" gibt es außer in Geistthal noch in Tirol, Bayern, Belgien, Frankreich und Tschechien. Die Legende erzählt dazu eine Geschichte: Die Heilige, als Mädchen besonders schön, sei als Tochter eines heidnischen Königs vom Vater zur Heirat gedrängt worden. Sie hat aber alle Bewerber ausgeschlagen, wollte Jungfrau bleiben und nur dem Gekreuzigten dienen. Um den Nachstellungen für immer zu entgehen, bat sie den Herrgott, er möge doch die ihr gegebene Schönheit durch eine Entstellung wieder nehmen. Daraufhin sei ihr über Nacht ein Bart gewachsen. Ihr Vater warf sie darob in den Kerker; nach einer anderen Version, ist sie sogar gekreuzigt worden.


ANFAHRTSHINWEIS#

Graz — Bundesstraße in Richtung Gratkorn - Deutschfeistritz - Geistthal.
Spaziergänge in Richtung „Sattelwirt" (Krautwasch).

Quellen#


Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft