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Karajan, Herbert von#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

* 5. 4. 1908, Salzburg

† 16. 7. 1989, Anif bei Salzburg

Dirigent


Urenkel von Theodor Ritter von Karajan.


Karajan wurde 1908 in der Stadt Salzburg geboren. Seine Familie wurde 1792 vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. in den Adelsstand erhoben. Von der Aufhebung des Adels 1919 war somit auch die Familie "von Karajan" betroffen. Nach Androhung des Künstlers, nicht mehr in Österreich aufzutreten, wenn er sich nicht weiter "von Karajan" nennen dürfe, wurde ihm das Recht zugesprochen "von Karajan" als Künstlername zu tragen.


Karajan war Schüler von Franz Schalk und lernte am Konservatorium Mozarteum in Salzburg. Drei Jahre nach seiner Matura am Humanistischen Gymnasium in Salzburgbegann begann seine spektakuläre Karriere 1929 in Ulm. 1930 wurde er Erster Kapellmeister am Ulmer Stadttheater. 1934 war er bereits Generalmusikdirektor in Aachen und ab 1941 in Berlin.


Er trat 1933 der NSDAP bei, seine Mitgliedschaft ruhte aber nach dem Verbot der Partei und wurde 1939 für ungültig erklärt. Während seiner Zeit in Aachen trat er auch bei Veranstaltungen der Nationalsozialisten auf. U. a. leitete er 1938 die Berliner Philharmoniker.


1946 gab er zwar sein erstes Konzert nach dem Krieg, wurde aber mit einem Arbeitsverbot belegt. Dies wurde bereits 1947 wieder aufgehoben und Karajan ging an die Wiener Staatsoper und dirigierte die Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Ab den 50er Jahren begann seine internationale Laufbahn (zahlreiche Plattenaufnahmen), 1954 wurde er Nachfolger Furtwänglers als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.


1957-64 war Karajan Direktor der Wiener Staatsoper, 1956-60 und wieder ab 1965 musikalischer Leiter der Salzburger Festspiele, deren Direktorium Karajan 1964-88 angehörte und deren internationale Bedeutung eng mit seiner Person verbunden ist. 1967 gründete Karajan die Salzburger Osterfestspiele. Er förderte viele junge Künstler und war Träger zahlreicher Ehrungen (Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst 1961). 1969 erfolgte die Gründung der Karajan-Stiftung, 1995 wurde das H. von Karajan Centrum in Wien eröffnet, das seinen künstlerischen und musikalischen Nachlass verwaltet.

Quellen#


Karajans NSDAP-Mitgliedschaft ruhte nicht, er war schlicht und einfach illegaler Nationalsozialist, weshalb er auch schon 1934, also ein Jahr nach Hitlers Machtergreifung Generalmusikdirektor in Aachen wurde. Ohne die Nationalsozialisten wäre seine Karriere undenkbar, da es auch viele andere gute Dirgenten gab. Mehr als bezeichnend, dass er praktisch sofort nach Kriegsende in Österreich wieder reussierte....

-- Glaubauf Karl, Dienstag, 27. Dezember 2011, 12:48