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Hirschstetten, Wien 22#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Wappen., Foto: Hieke. Aus: Wikicommons
Wappen.
Foto: Hieke. Aus: Wikicommons

Hirschstetten, am linken Donauufer gelegen, gehört seit 1904 zu Wien. 1993 wurde die Südosttangente (A23) von Kaisermühlen bis Hirschstetten verlängert.

Das 1240 erwähnte Dreiecksangerdorf wechselte oft den Besitzer: Landesfürst, Adelige, Bürger. Immer wieder wurde der Ort von der Donau überschwemmt und in Kriegen zerstört. Nach dem Bau der Ostbahnäste nach Marchegg und nach Laa an der Thaya, die 1870 eröffnet wurden, und nach der ersten Donauregulierung (1870 bis 1875) siedelten sich Gärtner, Bauern und Arbeiter an. 1886-1922 fuhr die Dampftramway durch den Ort. Seine Geschichte des Dorfes ist untrennbar mit der des Schlosses (Hirschstettner Straße 89-93) verbunden. 1693 wurde ein adeliges Landhaus errichtet und 1724 als Jagdschloss umgestaltet. Die Deckengemälde schuf Daniel Gran. 1739 ließ der damalige Besitzer die Schlosskapelle, ebenfalls mit Fresken von Daniel Gran, anbauen und stellte sie der Bevölkerung zur Verfügung. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieben nur die Kapelle, das Straßenportal und Reste der Eckpavillons erhalten. Im ehemaligen Schlosspark errichtete der Claretinerorden um 1960 die neue Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt" als schlichten Saalraum mit seitlichem Glockenturm.

In Hirschstetten (Quadenstraße 4-6) befindet sich die Bischofskirche des koptischen Bistums für Österreich und die deutschsprachige Schweiz. Die Kirche der Heiligen Jungfrau von Zeitoun wurde 2004 geweiht. Die dreischiffige Basilika mit drei Apsiden und zwei Türmen wurde erhöht angelegt, um darunter Gemeinderäume zu schaffen. Die Innenausstattung im koptischen Stil stammt aus Ägypten. Es dominiert die Ikonostase, die Kirchenbänke und der Bischofsthron tragen Schnitzereien. Die evangelische Bekenntniskirche ist ein schlichtes, frei stehendes Bauwerk im Stil der 1950er Jahre von Architekt Sepp Schuster.

Die Blumengärten Hirschstetten (bis 2002: Reservegärten Hirschstetten) in der Quadenstraße gehören zur MA 42 – Wiener Stadtgärten. Die zum Zeitpunkt ihrer Errichtung (schrittweise Übersiedlung seit 1957) modernste städtische Großgärtnerei Europas umfasste auf einer Fläche von 18 Hektar 24 Kulturhäuser, je drei Glashäuser und Glashausblockanlagen, ein 700 m² großes dreiteiliges Palmenhaus, Nebengebäude und 8.000 m² unverbautes Areal. Das später angelegte "Florarium" enthält auf 60.000 m² zahlreiche Themengärten. Neben der Heranzucht der von der Gemeinde Wien benötigten Pflanzen haben sich die Blumengärten Hirschstetten mit ihren Events zu einem beliebten Veranstaltungs- und Erlebnisraum entwickelt.

Das sprechende Wappen zeigt einen springenden Hirsch.

Quellen#


Redaktion: hmw