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Hofratsbirne#

Späte Herbstbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Hofratsbirne
Hofratsbirne
© Arche Noah
Hofratsbirne
Hofratsbirne
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Diese Sorte wurde von dem sehr bekannt gewordenen belgischen Obstzüchter van Mons in Löwen aus Samen gezogen und von ihm „Conseiller de la cour“ benannt. Der Baum trug 1841 die ersten Früchte. Sie wurde dann später von dem Pomologen Jahn im „Illustr. Handbuch des Obstbaues“ deutsch beschrieben. Die Früchte stammen von einem Baum im östlichen Weinviertel.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist groß 70 – 90 mm hoch, 58 – 70 mm breit (von einem Halbstamm), kreisel- bis flaschenförmig, in der Form etwas variabel, kelchbauchig, nach dem Kelch zu flach abgerundet, stielwärts sich gleichmäßig verjüngend, zuweilen gegen den Stiel zu auch stärker eingezogen.

SCHALE:#

ist rauh durch dicke braune Schalenpunkte, fest, etwas grieslig beim Genuß, bei Vollreife empfindlich, wird leicht braunfleckig, baumreif hellgrün, lagerreif düster gelblichgrün, fast einfärbig, rostfarbige Punkte über die ganze Frucht verteilt, teilweise schwach grün umhoft, auch mit Rostfiguren und vereinzelt größeren Rostflecken, Kelchfläche oft größerflächig ausstrahlend auffällig zimtfarbig berostet, duftend.

KELCH:#

ist offen, Blättchen kurz, bisweilen auch länger oder auch sehr lang,meist hornartig, Spitzen nach außen umgewendet, hellbraun, Kelcheinsenkung meist ziemlich flach, eng, von einigen schwachen Falten umgeben, teils stärker flächig berostet.

STIEL:#

ist mittellang, 30 – 48 mm, holzig, braun, fruchtwärts bisweilen etwas grünlich, gebogen, oft durch Fleischwulst zur Seite gedrückt, Stieleinsenkung recht unterschiedlich ausgebildet, meist in kleine flache Einsenkung wie eingesteckt, seltener ohne Einsenkung wie ausgezogen mit fleischigem Übergang.

FRUCHTFLEISCH:#

weiß, sehr saftig, halbschmelzend,fein gewürzt, die angenehme Säure gibt der Birne einen eigenartigen außergewöhnlichen guten Geschmack.

KERNHAUS:#

ist mittelgroß, Fächer ziemlich groß, hohlachsig, Kernhaus spindelförmig, von Steinkranz umgeben, beim Genuß wenig störend, Samen schwarz länglichoval, lang zugespitzt, meist unvollkommen ausgebildet.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum wächst in der Jugend sehr stark und bildet in der Baumschule sehr schöne Stämme, später hochstrebende Krone mit hängenden Fruchtästen, garniert sich gut mit Fruchtholz, im Holz frosthart, hat sehr gesundes Laub.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Eignet sich für Halb- und Hochstamm auf Sämling, gedeiht gut auf Quitte, empfehlenswert als Mauerspalier.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Stellt an die Bodenverhältnisse und an das Klima keine hohen Ansprüche, die Früchte sind besonders sturmfest, Anpflanzung auf geeigneten Böden bis 500 m Höhe möglich.

BLÜTE: ist früh, langwährend, gegen Nässe und Kälte empfindlich.#

POLLENSPENDER: #

nein, Pollen ist schlecht.

BEFRUCHTERSORTEN:#

Bosc’s Flaschenbirne, Clairgeaus, Clapps, Frühe von Trevoux, Gellerts Butter- birne, Gräfin von Paris, Gute Luise, Herzogin Elsa, Josefine von Mecheln, Kongressbirne, Köstliche von Charneu, Madame Verté u.a.

REIFEZEIT: #

Pflückreife Ende September bis Anfang Oktober

GENUSSREIFE: #

ab Mitte Oktober LAGEREIGENSCHAFTEN: gut lagerfähig 3 bis 4 Wochen, sorgfältige Überwachung, da dann bald überreif werdend.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Fruchtbarkeit beginnt mittelspät, ist hoch und regelmäßig, ist eine von Kennern begehrte Tafelfrucht.

PFLEGEHINWEISE: #

normale Schnittpflege, bisweilen Auslichten von überreichem Fruchtholz (Fruchtholzerneuerung).

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

die Sorte ist sehr gesund und bleibt frei von Pilzbefall und wird auch von anderen Schädlingen nur wenig heimgesucht. Auf ungünstigen Standorten und bei ungünstiger Witterung eventuell Steinzellenbildung um Kernhaus.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)