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Hohe Brücke#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Hohe Brücke
Detail der Hohen Brücke
© Alfred Wolf

Den Tiefen Graben in der Wiener Innenstadt überspannt, von weitem sichtbar, die Hohe Brücke. Josef Hackhofer (1863-1917), ein Mitarbeiter Otto Wagners, entwarf sie 1903. Die von der Baufirma Biro errichtete, 15 Meter hohe und ebenso breite Brücke ist eine mit Marmorplatten ausgefachte Eisenkonstruktion, die an Wagners Stadtbahnpavillons erinnert. „Josef Hackhofer konnte mit dem Brückenbau über dem Tiefen Graben eine der spektakulärsten stadträumlichen Situationen der Wiener Innenstadt fassen“, heißt es im Architekturführer „500 Bauten“ und weiter, dass der gewählte architektonische Charakter „der Brücke vom Tiefen Graben aus gesehen etwas Torartiges verleiht.“ Reicher, teilweise vergoldeter Jugendstildekor und Steinportale zieren die Brücke, die auch Abbildungen ihrer Vorgängerbauten zeigt.

Zwei Treppen verbinden Wipplingerstraße und Tiefen Graben. Dieser war das Flussbett des Alser und Ottakringer Baches, das im 15. Jahrhundert trockengelegt wurde. Es bildete die Begrenzung des Römerlagers bzw. bis zum Ende des 12. Jahrhunderts der Babenbergerstadt. Seit dem 13. Jahrhundert befand sich hier im Verlauf der Wipplinger Straße eine Brücke, die man mehrfach durch Neukonstruktionen ersetzte. 1703 wurde darauf die erste Nepomukstatue Österreichs aufgestellt und zwei Jahrzehnte später in der Mittelachse eine Kapelle zu Ehren des Heiligen erbaut. „Über die Hohe Brücke führt der Weg zum Glücke“, glaubten Generationen von Wienern, da sich hier eine Geschäftsstelle der Klassenlotterie befand.

Quellen#


Architektur Wien, 500 Bauten. Wien 1997 Helga Maria Wolf: Spurensuche Wien. Erfurt 2007

Redaktion: hmw