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Hohensalzburg#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Hohensalzburg
Festung Hohensalzburg
Foto: Österreich Werbung / Bartl

542 m (122 m über der Salzach), Festung der Stadt Salzburg, einer der größten und besterhaltenen Wehrbauten Europas.


Der seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. besiedelte Festungsberg wurde in das spätantike Verteidigungssystem der Römerstadt Iuvavum, das auch die befestigte Hochsiedlung auf der Nonnbergterrasse (castrum superius) umfasste, einbezogen.

Nach der Gründung des Klosters Nonnberg (712-15) verfielen diese Anlagen. Eine erste Burg, die Erzbischof Gebhard im Kampf gegen König Heinrich IV. 1077 als provisorischen Holzbau errichtete, wurde unter Erzbischof Konrad I. durch einen steinernen Wohnturm (Baufuge im Hohen Stock bis heute sichtbar) und eine mächtige Ringmauer ersetzt.

Hohensalzburg
Hohensalzburg
Foto: Österreich Werbung / Bartl
Nach ersten Ausbauten durch Erzbischof Burkhard von Weißpriach (4 Rundtürme der Ringmauer, 1465: Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm, und der Schmiedturm), Erzbischof Bernhard von Rohr (Schlangengang und Bastei 1479) und Johann Beckenschlager von Gran (Schüttkasten 1484, Arbeitshaus) erfolgte unter Leonhard von Keutschach (1495-1519) der Ausbau zur Residenz im Stil der Spätgotik (eckige Ringmauertürme 1496, innere Schlossbastei und innere Ringmauer 1496-1501, Georgskirche 1501/02)


Als "spezielles Geschenk" an die Salzburger Bürger gilt die Walzenorgel im Krautturm, der "Salzburger Stier" (1502), die die Stadtbürger täglich zum Arbeitsbeginn mahnte. Leonhard ließ auch die Materialseilbahn "Reißzug" (1504) anlegen, baute den Kuchlturm, Bäckerei, mehrere Tore (Rosspforte, Schleuderpforte) und das Gebäude an der Höllenpforte.


Die prachtvoll ausgestatteten Fürstenzimmer (Goldene Stube mit spätgotischem Kachelofen 1501) im Hohen Stock zählen zu den Spitzenleistungen europäischer Profanarchitektur der Spätgotik.

Das Geld für die rege Bautätigkeit kam großteils aus dem Bergbau in den Hohen Tauern, wo ein Drittel des gesamten Goldabbaus der Welt erfolgte. Doch es regte sich - ausgehend von den Bergknappen - Widerstand gegen die Erzbischöfe; unter Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg (1519-1540) erreichten die Aufstände den Höhepunkt.

Kardinal Lang, der in diesem "Bauernkrieg" 1525 von den Aufständischen 3 Monate lang auf Hohensalzburg belagert wurde, ließ den Bügermeisterturm als ersten Geschützturm ("Schlangenrondell" 1523), die Nonnbergbasteien (1526) und die große Zisterne im Schlosshof errichten.


Unter Erzbischof Paris Graf von Lodron wurden die ausgedehnten Vorwerke im Westen und Norden (1631-42) angelegt, die Burg wurde als Hauptwerk dem von S. Solari erbauten Befestigungssystem der Stadt eingegliedert - so wurde die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung.


Erzbischof Max Gandolph von Küenburg ließ 1681 als letztes großes Bauwerk die mächtige Feuerbastei an der Nordseite, die Kuenburgbastei, errichten.


Zur Zeit der Napoleonischen Kriege hatte die Burg angesichts der modernen Waffen schon viel an Bedeutung verloren und wurde den Franzosen kampflos übergeben.

1803 endete das geistliche Fürstentum, 1816 wurde das Land Salzburg in die Habsburgermonarchie eingegliedert und die Festung nur mehr als Kaserne und als Kerker genutzt. Das niemals eroberte Hohensalzburg wurde 1861 von Kaiser Franz Joseph als Festung aufgelassen, diente aber noch bis zum 2. Weltkrieg als Kaserne.

Die 173 m lange Standseilbahn vom Kapitelplatz zur Festung wurde 1891 errichtet, 1960 vom Betrieb mit Wasser auf Strom umgestellt. 1951 bis 1981 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten im gesamten Festungsbereich statt.


Heute ist die Festung Hohensalzburg ganzjährig zu besichtigen und - in Anknüpfung an die von Oskar Kokoschka begründete "Schule des Sehens" - begegnen sich hier Künstler aus aller Welt bei den Kursen der Internationalen Sommerakademie.

Im Goldenen Saal, dem prächtigsten Saal der Festung, im romantischen Burghof und auf den Basteien finden regelmäßig Veranstaltungen statt; in den unteren Fürstenzimmern zeigt das Festungsmuseum (als Abteilung des Salzburger Museums Carolino Augusteum) eine Dauerausstellung zum Mittelalter und der frühen Neuzeit, darüber ist - auch in jenem Raum, in dem Erzbischof Wolf Dietrich 1617 als Gefangener starb - das Rainermuseum (des Salzburger Hausregiments) untergebracht.


--> Sonderpostmarke 1977 (Briefmarken)
--> 100 Schilling Münze, 1977 (Münzen)
--> Historische Bilder zu Hohensalzburg (IMAGNO)

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