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Hunt und Hinto#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Hunt
Ein Bergbauzug besteht aus einem oder mehreren Hunt
© H. Maurer

Jeder weiß, dass die kleinen Wägelchen, die in Bergwerken zum Transport von Gestein und Erzen verwendet werden, "Hunt" heißen.

Ein Hunt hat Metallräder und läuft auf einen Gleis.

Das hat zwei Gründe: Man will einerseits Reibungsverluste durch Unebenheiten vermeiden, und man will andererseits die schweren Fahrzeuge nicht lenken müssen, sondern nur schieben, oder auch Motor-unterstützt auf vorgegebenen Routen bewegen.

Hinto
Ein Hinto
© B. Thaller
Weniger bekannt ist, dass es lange vor der Erfindung des Hunts eine andere Lösung gab, die aus Ungarn stammt und dort Hinto heißt (Hinto auf ungarisch bedeutet eigentlich nur soviel wie "Fahrzeug").

Von diesem Wort leitet sich natürlich das Wort Hunt ab!

Im Gegensatz zu einem Hunt bewegt sich ein Hinto mit Rädern auf Brettern. Mit einem genialen Trick wird erreicht, dass man auch einen Hinto nicht steuern muss: die beiden Räder laufen auf zwei Brettern, zwischen denen ein Spalt frei gelassen wird. In diesen Spalt ragen vorne und hinten kurze Stangen des Hinto hinein, und leiten dadurch das Fahrzeug.

Der große Vorteil eines Hinto-Zuges ist es, dass Bretter leichter und billiger zu verlegen sind als Gleisanlagen. Der Nachteil ist freilich, dass die Reibung Rad auf Holz größer ist als die von Eisen auf Eisen, und Bretter sich abnützen bzw. in feuchten Gruben nur beschränkt lange halten.

Darum hat sich der Hunt schlußendlich durchgesetzt. Heute ist er nur mehr hautpsächlich in Museen zu sehen. Ein Original Hunt steht z.B. im technischen Museum in Wien, ein genauer Nachbau im Arzberger Schaubergwerk.

Quellen#


Redaktion: H. Maurer