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Burgenländischer Indigo-Handblaudruck#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Indigo-Handblaudruck ist das Färben von Stoffen (Leinen, Baumwolle, Seide) mittels einer speziellen Reservedrucktechnik. Der Name kommt vom Ursprungsland der Technik, Indien. Beim Handblaudruck wird mit Holzmodeln ein "Papp" aufgetragen und mit echtem Indigo gefärbt. Nach mehreren Wochen Trocknungszeit wird der Stoff gewaschen und es zeigt sich ein weißes Muster auf blauem Grund. Die Länge des Färbevorgangs bestimmt den Farbton (zwischen blau und violett). Manche der Model aus Birnen- oder Lindenholz sind mehr als zweihundert Jahre alt. Über die Zusammensetzung des Papps (Gummiarabikum und Tonerde als Hauptbestandeteile) gibt es wenige schriftliche Aufzeichnungen.

Den größten Aufschwung erlebte der Blaudruck im 17. und 18. Jahrhundert. Blaudruckstoffe waren die typische Alltags- und Arbeitskleidung im Burgenland. Um 1880 gelang Adolf von Baeyer die Indigosynthese. Mit der künstlichen Herstellung, zunehmender Industrialisierung und Verwendung von Indanthrenfarben ging der Blaudruck immer mehr zurück. Heute zählt eine burgenländische Werkstätte in Steinberg zu den letzten in Europa, wo seit Generationen Stoffe bedruckt und mit Indigo gefärbt werden. Zum doppelseitigen Bedrucken von Stoffen verwendet der Familienbetrieb eine handbetriebene Walzendruckmaschine aus dem Jahr 1930.

Burgenländischer Blaudruck wurde 2010 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich (Bereich: Traditionelles Handwerk) aufgenommen.

Quellen (Text und Foto)#


UNESCO

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Redaktion: hmw