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Inn#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

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Inn und Kufstein
Inn in Kufstein, mit Burg und Innenstadt
© Alfred Havlicek

keltisch "Ine" = der Fließende, lateinisch "Oenus", romanisch "En"
Der Inn ist der größte Nebenfluss der oberen Donau und durchfließt die Schweiz, Österreich und Deutschland. Er ist 510 km lang (183 km in Österreich), mit einem Einzugsgebiet von 25.700 km². Auf der Höhe von Schärding weist der Inn eine mittlere Durchflussmenge von 731 m³%/Sek auf.

Der Inn entspringt am Malojapass südlich von St. Moritz in der Schweiz (im Engadin) und tritt nach dem Durchbruch beim Finstermünzpass/Nauders (1394 m) auf österreichischen Boden, wo er zuerst durch das enge Tal des "Oberen Gerichts" entlang der Samnaungruppe fließt. Bei Landeck weitet sich das Oberinntal, das einst durch den "Inntalgletscher" zu einem U-förmigen Trogtal mit steilen Wänden geformt wurde, wo flussaufwärts von Telfs (634 m) fruchtbare Terrassen ("Tiroler Mittelgebirge") 300-400 m über dem Talgrund liegen. An der Einmündung des südlich gelegenen Wipptals (Sill) liegt der traditionelle Verkehrsknotenpunkt Innsbruck. Unterhalb der Tiroler Landeshauptstadt nimmt das weite, fruchtbare Unterinntal seinen Ausgang.


Starke Föhneinwirkungen, unter denen die Bevölkerung leidet, schaffen ein Klima, in dem Weizen, Mais, Obst und zum Teil sogar Wein hervorragend gedeihen. Die Intensität der Niederschläge nimmt talabwärts stark zu. Während die Nordhänge des Unterinntals steil und nur schütter bewaldet sind, weisen die sanfter geneigten Hänge des Schiefergebirges auf der Südseite reichen Waldbestand auf.


Oberhalb von Kufstein durchbricht der Inn die Nördlichen Kalkalpen und verlässt das österreichische Staatsgebiet Richtung Bayern. Nördlich von Burghausen (Deutschland) mündet die Salzach in den Inn, der ab hier die Grenze zwischen Oberösterreich und Bayern bildet. An der Mündung bei Passau vergrößert der Inn die Wassermenge der Donau um mehr als die Hälfte.


Innsbruck vom Inn
Innsbruck vom Inn aus gesehen
© IMAGNO/Austrian Archives, Aquarell von Dürer 1495
Die wichtigsten Nebenflüsse des Inn sind südlich Ötztaler Ache, Sill und Ziller, nordwestlich Sanna sowie nördlich Gurgl und Brandenberger Ache. Am Inn sind die Wasserkraftwerke Prutz, Imst, Sellrain-Silz, Mühlau I, Voldertal, Jenbach, Kirchbichl, Oberaudorf-Ebbs, Nußdorf-Innstufe, Braunau-Simbach, Ering, Obernberg, Schärding-Neuhaus und Passau-Ingling in Betrieb.


Besiedelt ist das Inntal schon seit Urzeiten - bei Innsbruck hat man Spuren aus der Jungsteinzeit gefunden. Der Inn war für den regionalen Handel und den überregionalen Verkehr stets bedeutend, schon die Via Claudia Augusta der alten Römer führte durchs Oberinntal.

Kaiser Heinrich IV. gewährte 1190 die Einrichtung einer Salzstapelniederlassung in Mühldorf am Inn; es folgten weitere Innstädte mit verschiedenen Rechten zum Handel auf dem Inn.

Mit der Eröffnung der Unterinntalbahn von Kufstein nach Innsbruck kam 1858 das Ende für die Innschifffahrt; mit dem Bau von Staustufen mit Wasserkraftwerken (ohne Schleusen) wurde eine durchgehende Schifffahrt unmöglich. Nur mehr stellenweise (z.B. in Passau, Schärding oder zwischen Kufstein und Oberaudorf/Niederndorf) gibt es auf dem Inn heute noch Fahrgastschifffahrt.

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl