Jakob Lorber - Austria-Forum : Heimatlexikon
Jakob Lorber#
Der Seher von Graz #

"Heimatlexikon - Unser Österreich"
Am Andritzursprung soll Gott dem bedeutenden Grazer Mystiker Jakob Lorber ein „Quellenevangelium“ diktiert haben.
Doch gibt es in diesem Kessel drei mannarmsdicke Adern, welche in nordöstlicher Richtung mehr denn drei Meilen tief unter dem Berge, den ihr ‚Schöckel’ nennt, hinziehen, allda noch ein weit größerer Kessel und Wasserbehälter vorhanden ist, welcher ebenfalls durch die Entstehung des benannten Berges mittelst des göttlichen Kraftfeuers, das da ist die Liebe des Vaters, entstanden ist!
(aus: Himmelsgaben 1, 40.07.30, 01-03, Quelle: www.andritzquelle.de) – Dieses Zitat stammt vom weit über die Steiermark hinaus bekannten Grazer Mystiker Jakob Lorber, den Text empfing er am Andritzursprung. Lorber, im Jahr 1800 im heutigen Slowenien geboren, war in Graz als Musiker und Lehrer tätig. Im Jahr 1840 erfolgte dann seine Wandlung. Er vernahm eine Stimme, die ihm auftrug, zum Griffel zu greifen und zu schreiben. Wort für Wort brachte Lorber die Diktate dieser Stimme zu Papier. Seine eigene Rolle beim Zustandekommen eines 25- bändigen Werks bis zu seinem Tod 1864 erachtete der Mystiker als gering – er sah sich lediglich als „Schreibknecht Gottes“.
Lorbers Werk ist nicht unumstritten – Gegner sprechen gar von einer psychischen Erkrankung. Auf der anderen Seite brachte Lorber Dinge zu Papier, die sich erst Jahrzehnte später als richtig erweisen sollten: So schrieb er beispielsweise von Maschinen, die bezüglich Geschicklichkeit mit den Menschen konkurrieren können und ihnen die Arbeit wegnehmen – Computer? –, ahnte Hochgeschwindigkeitszüge wie den französischen TGV voraus und sagte für die Erde Zustände vorher, die ganz gut zum aktuellen Klimawandel (und dessen vermutlichen Folgen) passen.
In Graz gibt es etliche Zeugnisse des Mystikers, dessen Ruf außerhalb seiner Heimatstadt wesentlich größer zu sein scheint als hierzulande. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof St. Leonhard und ein kleines Gässchen neben der Welschen Kirche am Griesplatz ist nach ihm benannt.
Die Quelle, an der Lorber die eingangs zitierten Worte empfing, befindet sich in Privatbesitz und gehört seit 1955 der Jakob-Lorber-Gesellschaft. Dass man für den Platz den Begriff „Kraftort“ bewusst vermeidet, liegt daran, dass „die wahre Kraft immer von innen, aus dem Geist, kommt“, erklärt man auf der Homepage www.andritzquelle.at. Dementsprechend ist die Quelle auch nicht öffentlich zugänglich, weil der Platz nicht zu einem touristischen Tummelplatz werden soll. Wer aber aufrichtiges Interesse an der Mystik Lorbers und der Quelle zeigt, der findet auf der genannten Homepage eine Kontaktadresse.

© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl
Jakob Lorber (AEIOU)
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl. Geheimnisvolle Steiermark. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2011.
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)


