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Königin Olga Apfel#

Frühjahrsapfel #

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Königin Olga Apfel
Königin Olga Apfel
© Arche Noah

HERKUNFT UND VERBREITUNG:#

Die Sorte wurde ursprünglich als Olga Nicolajewna in den pomologischen Monatsheften 1876 von Obergärtner E. Lieb in Palmyra in der Ukraine beschrieben. In späteren Pomologien führt sie den obigen Namen. Die Sorte stammt aus Bessarabien oder von der Krim. Über die frühere Verbreitung der Sorte liegen keine Angaben vor, sie wurde aber um 1880 nach Deutschland importiert. Die beschriebenen Früchte stammen aus dem Obstgarten des Herrn Zwickl in der Nähe von Gloggnitz. Ein weiterer Standort in der Buckligen Welt ist bekannt, sonst gibt es keine weiteren Hinweise auf diesen Apfel.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

GRÖSSE UND FORM:#

mittelgroß, ca. 55mm hoch und 55mm breit, kugelig bis eiförmig, etwas ungleichhälftig, im Querschnitt rundlich bis fünfkantig, Form insgesamt stark veränderlich

SCHALE:#

glatt, matt glänzend, nicht fettig, vom Baum blau beduftet (blau bereift), dick, zäh; Grundfarbe lange grün, erst nach längerer Lagerung hellgelb, um den Kelch meist grün bleibend; Deckfarbe ca. 2/3 dicht punktiert rot, darüber anfangs trübrot, bei längerer Lagerung rot, mittelbreit und lang gestreift, kein Rost ; Schalenpunkte unauffällig, braun bzw. hell in der Röte; Geruch schwach

KELCH:#

klein, geschlossen; Blättchen graufilzig, mittelbreit und kurz, zusammengeneigt, aufrecht, Spitzen zurückgeschlagen; Einsenkung mitteltief und - weit; Rand mit breiten Falten bis fast eben

STIEL:#

um 10mm lang, 2mm stark, behaart, braun; Einsenkung tief, eng; meist wenig, zart ockerfarben berostet

FRUCHTFLEISCH:#

grünlich bis gelblichweiß, feinzellig, mittelsaftig, dicht, fest; süßsäuerlich, kräftig gewürzt, Geschmackstyp Maschanzker, Geruch merklich

KERNHAUS:#

mittelgroß, mittelständig; Gefäßbündel zwiebelförmig, schlecht sichtbar, gelblichgrün; Achse stark hohl, Kammern offen, Wände ohrenförmig bis sichelförmig, glatt; Samen meist einzeln, lang zugespitzt, gut ausgebildet 8,5 : 4,5 : 2,5 mm, kastanienbraun, trocken hellgräulichbraun; Kelchhöhle klein, kegelförmig; Staubfädenreste oberständig

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

WUCHS/KRONENFORM:#

mittelstark wachsend, bildet mittelgroße, überhängende Kronen

GEEIGNETE BAUMFORM:#

für alle Baumformen geeignet

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

gedeiht gut in Höhenlagen, sonst nicht bekannt

BLÜTE, POLLENSPENDER/BEFRUCHTUNGSPARTNER:#

Blüte mittelfrüh bis mittelspät erscheinend, Pollenqualität und Befruchtersorten nicht bekannt

PFLÜCKREIFE:#

Ende Oktober

GENUSSREIFE/HALTBARKEIT:#

November bis Mai, Juni

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Ertrag zuverlässig, schwankend zwischen hoch und sehr hoch; Tafelapfel mit eigenem Aroma, problemlos lagerbar; sonstige Verwertungseigenschaften unbekannt, interessant für Hausgärtner und Selbstversorger

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

gering bis mittel für Schorf, nicht für Krebs und Mehltau ähnliche Früchte können haben: Einzigartig aufgrund des blauen Reifs in Kombination mit streifiger, trübroter Deckfarbe, die sich am Lager aufhellt. Andere blaubereifte Sorten haben eine dunkelrote Deckfarbe, die nicht aufhellt. Berner Rosen: Reife 9 - 12, Fruchtfleisch im Oktober bereits weich, rosenartig parfumiert Wintergoldparmäne: Reife 9 – 12, Kelcheinsenkung schüsselförmig, Grundfarbe am Baum schon gelb Sauergrauech: Reife 9 – 12, sehr ähnlich in Ausfärbung vom Baum und Bereifung; aber Geschmack säuerlich, Haltbarkeit maximal bis Ende Jänner

Die Sorte wurde von Roland Gaber beschrieben.

Literatur#

  • Engelbrecht, T.: Deutschlands Apfelsorten, Verlag Friedrich Vieweg, Braunschweig 1889
  • Lieb, E.: Illustrierte Monatshefte, 1876
  • Lauche, W.: Erster Ergänzungsband zum Illustriertem Handbuch der Obstkunde, Parey Verlag, Berlin 1883



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)