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Königin Sophienapfel#

Winterapfel/Frühjahrsapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Königin Sophienapfel
Königin Sophienapfel
© Arche Noah

HERKUNFT UND VERBREITUNG:#

Die Sorte stammt ursprünglich aus England und war schon um 1800 bekannt. Diel benannte sie nach der Gemahlin König Georgs III. Nach Lauche ist die Sorte identisch mit dem Winterquittenapfel, nach Lucas und Engelbrecht handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Sorten, die jedoch nahezu identisch aussehen. Wie dem auch sei, dieser Apfel zählt zu den interessantesten Raritäten und das nicht nur wegen seiner Seltenheit. Zur Zeit sind nur zwei Bäume im Garten des Herrn Heilingsetzer in der Buckligen Welt bekannt, von welchen auch die Früchte stammen.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

GRÖSSE UND FORM:#

mittelgroß bei schwachem Behang auch groß, im Schnitt (45) 60 mm hoch und 63 mm breit, Form variabel von kugelig konisch bis eiförmig, im Querschnitt rundlich bis unregelmäßig rund, ungleichhälftig, teils kelchwärts deutlich rippig, vereinzelt auch mit einer scharfen Naht, manche Früchte erinnern an einen kleinen Gelben Bellefleur

SCHALE:#

mäßig zäh, anfangs glatt bis trocken, matt glänzend, am Lager fettig werdend; Grundfarbe gelb, Deckfarbe selten maximal 10 % orangerot angehaucht, meist sonnseits nur goldig gefärbt, Schalenpunkte braun, auffällig, nach kurzer Lagerung nach Pfirsichen duftend

KELCH:#

klein, geschlossen, Blättchen lang, sehr schmal, hellgrün, wenig wollig, zusammengeneigt bis aufrecht, am Grund getrennt; Einsenkung flach bis sehr flach, mittelweit; Rand mit Rippen und Perlen, Kelchhöhle kegelförmig, Staubfadenreste mittelständig

STIEL:#

kurz bis mittelang, dünn, sehr hart, auch knopfig und mit Fleischwulst; Einsenkung mitteltief, oft auch flach und eng bis sehr eng, zimtbraun flächig bis strahlenförmig berostet

FRUCHTFLEISCH:#

gelblichweiß, mittelfeinzellig, sehr fest, abknackend, mittelsaftig, süßsäuerlich, etwas aromatisch ähnlich Gelber Bellefleur, bräunt sehr langsam

KERNHAUS:#

mittelgroß bis groß, mittelständig; Gefäßbündel gelb, spindelförmig; Achse minimal offen zuweilen auch offen, Wände schmal bohnenförmig, zerrissen; nicht viele Samen aber gut ausgebildet, rehbraun, 8 : 5 mm

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

WUCHS/KRONENFORM:#

stark, bildet große, stark hängende Kronen

GEEIGNETE BAUMFORM:#

erscheint für alle Formen geeignet

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

nicht bekannt, gedeiht jedenfalls im rauen Klima der Buckligen Welt gut, nach Literaturangaben recht anspruchslos

BLÜTE, POLLENSPENDER/BEFRUCHTUNGSPARTNER:#

sehr spät, etwa zugleich mit Roter Bellefleur, andere Parameter nicht bekannt

PFLÜCKREIFE:#

Anfang - Ende Oktober hängt sehr fest am Baum GENUSSREIFE/HALTBARKEIT: Dezember bis April und länger

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Ertrag an ungepflegten Altbäumen alle zwei Jahre sehr hoch, weitere Angaben können bislang nicht gemacht werden; guter Essapfel fürs Frühjahr, für Saft und Most durch hohen Ertrag und entsprechenden Zucker und Säuregehalt interessant, vor allem für extreme Spätfrostlagen

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

allgemein wenig anfällig ähnliche Früchte können haben: Gelber Bellefleur: dieser aber nur bis Februar haltbar, Fruchtfleisch mürber, süß, Achse offen, Samen schwarzbraun, groß, Wuchs typisch stark hängend Winterquittenapfel: Schale oft mit weiß umhöften Schalenpunkten, diese wenig auffällig, Kelcheinsenkung mitteltief, Frucht gegen Kelch und Stiel gleich abnehmend, Kernhaus weit offen

Die Sorte wurde von Roland Gaber beschrieben.

Literatur#

  • Engelbrecht, T.: Deutschlands Apfelsorten, Verlag Friedrich Vieweg, Braunschweig 1889
  • Lauche, W.: Deutsche Pomologie, Berlin 1882 und 1883
  • Lucas, Fr.: Die wertvollsten Tafeläpfel, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1894



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)