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Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Kürbisfeste#

Es gibt in Österreich zahlreiche Kürbisfeste[1] und Veranstaltungen rund um den Kürbis, so u. a. das

  • Kürbisfest in Preding (Steiermark) - mit der Wahl des Kürbisbürgermeisters, Kürbiskegeln , Kürbislotterbewerb u.v.m.
  • Kürbisfest im Retzer Land (Niederösterreich) - mit originellen Kürbisskulpturen und kulinarischen Köstlichkeiten
  • Kürbisfest Fürstenfeld (Steiermark) - mit einem Kürbisprinzenpaar und Kürbisschnitzen u.v.m.
  • Kürbisfest beim Lebensbaumkreis "Am Himmel" in Wien - mit Kürbisschnitzen und vielen Attraktionen


In Preding im Steirischen Weinland wird seit über 30 Jahren alljährlich ein Kürbisbürgermeister gewählt:

Die Kandidaten versammeln sich um einen runden Tisch, in dessen Mitte eine Schüssel mit (Mais-)Brei steht. Oberhalb der Schüssel ist ein Kürbis (ein Plutzer) aufgehängt, der plötzlich vom Seil geschnitten wird. Der Kürbis fällt in die Schüssel - der Brei spritzt nach allen Seiten - wer nun am meisten mit Brei bespritzt wurde, wird der neue (Kürbis-)Bürgermeister von Preding.

Preding ist damit sicher die einzige Gemeinde in Österreich, die über zwei Bürgermeister verfügt.

Figur zum Kürbisfest
Figur zum Kürbisfest
© H. M. Wolf

Ende Oktober steht auch das Retzer Land (Niederösterreich) ganz im Zeichen des Kürbis:

"Bring einen Kürbis zum Leuchten" lautet die Devise, der immer mehr Gäste folgen. Das Fest findet jedes Jahr in einer anderen Gemeinde statt. Es entstand 1994 auf Initiative des Regionalmanagements Retzer Land. Alles dreht sich hier um den "Plutzer", während man andernorts Halloween begeht. In der ganzen Region - von Obermarkersdorf bis Zellerndorf, Hardegg, Pulkau, Schrattenthal, Retz und Retzbach - warten unzählige Kürbispuppen und tausende leuchtende Kürbisköpfe.
Man wählt eine Kürbisprinzessin, veranstaltet einen Fackeltanz und Laternenumzug ebenso wie eine Kinderdisco und ein Open-Air-Konzert mit Popmusik. Entlang der Kürbisstraße öffnen die Weinbauern ihre Höfe und laden zu Köstlichkeiten ein. Eine romantische Kürbispromenade führt durch die Weingärten zur Kellergasse. Dort stehen Darbietungen von Folkloregruppen und Blasmusikkapellen auf dem Programm.


[1]Kürbisfeste sind mit Bräuchen zu Halloween verschmolzen. Dieses wird seit langem in den USA - mit Kürbis-Dekorationen, Parties und maskierten Heischegängen gefeiert. Um 1900 war Halloween in den USA eine gefürchtete Nacht der Zerstörung, in der Personen und Tiere verletzt wurden. Die Pfadfinder und andere Organisationen versuchten, dies einzudämmen. Kinder gingen nun heischen, statt Schabernack zu treiben. Um 1930 war die "beggars night" (Bettlernacht) und der Spruch "Trick or treat" in den USA allgemein bekannt.

Durch die Vermittlung von Massenmedien und Internet kam Halloween zwei Generationen später auch nach Österreich.

Allerdings gab es Vorläufer: Das Aushöhlen von Rüben und Kürbissen, in die man eine Kerze stellte, kannte schon die Großeltern-Generation als Kinderbrauch. 1957 kündigte die Programmzeitschrift "Radio Österreich" eine Bastelsendung zu Halloween an. Anfang der 1990er Jahre fand eine Tiroler Schokoladenfirma in Österreich (noch) keinen Markt für Halloween-Süßigkeiten. Die kommerziellen Motive des Brauch-Imports zeigte 1997 ein Flugblatt der Kaufleute in Wien-Döbling: "Hallo Wien – Halloween, Wien beleben in toter Zeit". Die Geschäftsleute wurden eingeladen, sich an einer Aktion zu beteiligen, "die Aufmerksamkeit, Aktivität und Kauflust der Kunden anregen wird." Innerhalb weniger Jahre zeigte dieses Bemühen Erfolg. In allen Bundesländern gibt es Halloween-Parties. Bevorzugte Kostüme sind Totengerippe, Hexen, Zauberer, Vampire und andere Horrorgestalten, wie man sie meist aus Filmen kennt.

Eine Erklärung von Halloween verweist auf den Vorabend des Allerheiligenfestes ("All Hallows Evening"), das die katholische Kirche im 9. Jahrhundert einführte. Eine andere populäre Antwort auf die Ursprungsfrage bezieht sich auf das keltische Fest "Samhain", das am Abend des 31. Oktober als Sommerende auf den Britischen Inseln gefeiert wurde. In dieser Nacht soll es den Lebenden möglich gewesen sein, mit den Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. In Irland hätte man ausgehöhlte, beleuchtete Rüben aufgestellt, um die Geister fernzuhalten und aus Angst Besuche gemacht. Als die Römer die Britischen Inseln eroberten, wäre eine Kombination aus deren Totenfest und Samhain entstanden. Iren, die im 19. Jahrhundert auswanderten, brachten den Brauch nach Amerika. Anstelle von Rüben verwendeten sie dort ausgehöhlte Kürbisse, in die sie Kerzen stellten. Eine Sage erzählt von Jack o Lantern, einem trunksüchtigen Schmied. Er schloss zweimal einen Teufelspakt und überlistete den Teufel, der schließlich auf Jacks Seele verzichtete. Doch auch der Himmel blieb Jack aufgrund seines Lebenswandels verschlossen. Daher irrt sein Geist mit der Laterne bis zum Jüngsten Tag umher.

Quelle#


Redaktion: hmw, I. Schinnerl