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Meinl Kaffee#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Logo der ehemaligen Kaffeerösterei Julius Meinl
Logo der ehemaligen Kaffeerösterei Julius Meinl, im Eingangsbereich eines Geschäfts in der Operngasse, Wien 4.
Foto: Herzi Pinki. Aus: Wikicommons unter CC

Das Meinlhaus (22), Fleischmarkt 7, gibt werbewirksam Zeugnis vom frühen Welthandel. 1899 baute Max Kropf, der einige Jahre später die Fabrik in Wien 16 entwarf, das Handelshaus „Julius Meinl Kaffee Import“. Die Fassade der oberen Stockwerke ist mit Stuckreliefs von W. Heida gestaltet, die sich auf den Kaffee beziehen und trägt die Wappen einiger Städte, mit denen die Firma Geschäftsbeziehungen pflegte. Hier, im Geschäft seines Vaters, begann die Karriere des Großindustriellen Julius Meinl II. (1869-1944) und der Aufstieg der Kaffeerösterei zur Weltfirma.

In der Neustiftgasse, Wien 7, bestand seit 1891 eine Kaffeerösterei, eine Feigenkaffee- und Malzkaffeefabrik und die erste Filiale des Lebensmittelshändlers. Die Rösterei brachte großen Erfolg, weil sie die erste ihrer Art in Wien war. Bisher kauften die Konsumenten grüne Kaffeebohnen, die sie selbst rösten mussten. 1901 existierten 16 Filialen, 1909 waren es bereits 48. Zur Umsatzsteigerung trug auch konsequente Werbung bei: Das erste Meinl-Plakat wurde schon 1890 affichiert. 1912 erwarb die Firma ein 20.000 m² großes Areal im 16. und 17. Bezirk. Auf dem Gelände entstanden u.a. die erste Marmeladefabrik Österreichs, Wein- und Öllager. Es war verkehrsgünstig gelegen, da die Rohmaterialien über die Vorortelinie transportiert werden konnten, Meinl war eine der ersten Firmen, die ihre Waren mit LKWs auslieferte.

Schon seit 1900 importierte Meinl selbst aus Übersee und errichtete 1912 an der Weltbörse ein ständiges Importbüro. In der Monarchie war das Unternehmen in seiner Branche führend, 1927 erhielt es die Staatliche Auszeichnung, das Bundeswappen zu führen. 1939 hatte die Firma mehr als 1000 Filialen in ganz Europa. Ende der 1960er Jahre waren es 280 Filialen in Österreich. 2000 verkaufte Meinl, mit Ausnahme des Spezialitätengeschäftes am Graben, alle Filialen. Die Firma konzentriert sich wieder auf das ursprüngliche Kaffeegeschäft und betreibt in der Zentrale in Ottakring, Julius-Meinl-Gasse 3–7, eine Rösterei.

Das bekannte Logo des Meinl-Mohren entwarf der Grafiker Josef Binder 1925, später gestaltete Otto Exinger das Markenzeichen um.

Quellen#


Helga Maria Wolf: Spurensuche Wien. Erfurt 2007
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien Wien 1995. Band 4
Wikipedia
Redaktion: hmw