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Der Kaiserliche Stall am Grundlsee Grundlsee, Steiermark #

...ist keine Majestätsbeleidigung!

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Kaiserliche Stall
Der "Kaiserliche Stall" bei der Seeklause am Grundlsee hat sich seit 1680 nicht verändert.
© Hilde und Willi Senft

Reichssymbol
Es mutet merkwürdig an, das Reichssymbol an einem derartigen Gebäude vorzufinden - dies darf aber wohl als ein Hnweis auf die alte enge Verbindung der Habsburger mit "ihrem" Kammergut angesehen werden.
© Hilde und Willi Senft

Man weiß nicht recht - ist es eine Majestätsbeleidigung, von einem "kaiserlichen Stall" zn sprechen? Das klingt fast so wie - pardon - "kaiserlicher Saustall"...

Nein, hier handelt es sich keinesfalls um einen Stall für die wegen der Angewohnheit des Suhlens im Morast verrufenen "Sauen", sondern um einen Stall für "edle Pferde".

Der massive Holzblockbau auf steinernem Fundament steht an der Seeklause in unmittelbarer Nähe des Forsthauses und diente als "ärarisehes" Gebäude. Es gehörte zum sogenannten "Fischmeistergütl" und wurde von den Forstleuten zur Unterbringung der Pferde sowie als Futterspeicher verwendet. Die massive Bauweise zeigt, daß es sich um ein "amtliches" Gebäude gehandelt hat, bei dem nicht an Holz gespart werden mußte.

Schon um 1568 verweist ein Dokument auf ein "Fischmeisterhaus bei der Vorderen Clause mit Angern und Wiesen, einem Stadel und einem Reitstall". Außerdem wird festgehalten, daß der "Sonnseitenförster" und der "Schattseitenförster" (hierbei handelt es sich um die beiden Forstreviere am Grundlsee) je eine Kuh in diesem Stall einstellen und das notwendige Heu im Obergeschoß lagern durften.

Erzherzog Johanns "Kammermaler" haben den Bau mehrmals als Motiv verwendet. Heute befindet sich der "Kaiserliche Stall" im Eigentum der Gemeinde Grundlsee; hier werden regelmäßig Ausstellungen veranstaltet.

Wandervorschlag#

Es gibt hier viele Möglichkeiten, vor allem aber empfiehlt sich die UMRUNDUNG DES GRUNDLSEES: Von der Seeklause ausgehend, gelangen wir im Uhrzeigersinn, vorbei an der Villa Castiglioni, zuerst in die Ortschaft Archkogel mit bestem Blick auf die "felsige" Seite des Sees. Es wird hier vom mächtigen Gebirgszug zwischen Trisselkogel - Hundskogel - Backen- und Reichenstein begleitet. Durch Wald geht es auf romantischem Pfad (wo nötig, durch Holzgeländer und Brücken gesichert) hinaus in die Ortschaft Wienern und sodann weiter nach Gößl, wo nach etwa 2 Std. die Hälffe des Weges bewältigt ist (von hier Rückfahrtmöglichkeit mit Schiff oder Postbus zum Ausgangspunkt). Von Gößl führt der Weg weiter über den lieblichen Weiler Gaiswinkel und den sog. "Panoramaweg" zurück (Gesamtgehzeit: 4 SKI.; Kompaß WK Nr. 20).

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft