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Katerloch bei Weiz#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Wahrscheinlich die interessanteste, gleichzeitig aber am wenigsten bekannte Höhle Österreichs#

Katerloch
Tropfsteine und unterirdische Seen im Katerloch
© Willi Senft

In Dürnthal bei Weiz Dürnthal bei Weiz, Steiermark führt am sogenannten Lärchsattel in 900 Meter Seehöhe ein riesiges Höhlenportal in das Berginnere.

Den Hirten und Bergbewohnern natürlich schon seit alten Zeiten bekannt und im vordersten Teil des Einganges als Viehunterstand genutzt, wagte es aber niemand, weiter vorzudringen, denn gleich hinter dem Höhlenportal stürzt ein Schacht 54 m lotrecht in die Tiefe. Die Einheimischen nannten die Höhle nach den dort nistenden Eulen (in der Mundart "Eulkatern") das "Katerloch".

Katerloch
Tropfsteine im Katerloch
Foto: Roman Klementschitz. Aus: WikiCommons unter CC

Erst um die Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts (1899 erste dokumentierte Befahrung des Großen Schachtes durch Adolf Mayer) seilten sich wagemutige Höhlenforscher in die Tiefe und fanden einen großen Raum mit interessanten Tropfstein-, aber auch Eisgebilden.

Dieser Höhlenraum wurde damals sogar für Touristen erschlossen, aber spektakulärere Tropfsteine fanden sich in der nahegelegenen "Graßelhöhle", die auch leicht zu begehen war. So geriet das Katerloch eher in Vergessenheit.

Erst die Forscherfreude und wohl auch eine gehörige Portion Idealismus des Ehepaares Hermann und Regina Hofer, die 1950 in die Gegend kamen und die Höhle auch kaufen konnten, führte zu großartigen neuen Erschließungen: das Ehepaar Hofer entdeckte und erschloss durch das mühevolle Aufschlagen vermuteter Gangführungen in den Folgejahren prachtvolle Tropfsteinhallen:

  • die "Fantasiehalle" - in dieser riesegen Halle (120 m lang, 85 m breit und 18 m hoch) findet man einen wahrer Urwald an Tropfsteinen und über 4000 Steinfiguren
  • das "Zauberreich" mit seinem Glanzstück, einem nur sechs Zentimeter dicken, aber unglaubliche 10 m hohen Stalagmiten
  • das "Seenparadies" mit herrlichen Tropfsteinen, die sich im grünblauen Wasser spiegeln

Das Katerloch war für Besucher voll erschlossen, aber nach 30 Jahren Führungsbetrieb wurde der allgemeine Führungsbetrieb der Schauhöhle von den beiden bereits über 70jährigen Entdeckern aus Altersgründen eingestellt. Ab 1980 waren nur noch Sonderführungen für Kleingruppen möglich.

In den Jahren 1997 bis 2003 widmete sich Hermann Hofer - rüstig bis ins hohe Alter - der Ausbildung seines "Höhlenforscherlehrlings" Mag. Fritz Geissler , der 2004 nach umfassenden Sanierungsarbeiten (Führungsweg, Eisentreppen, Elektrik, Infrastruktur) begann, mit kleineren Führungen die Tradition des Schauhöhlenbetriebes weiterzuführen.

Das Katerloch gilt unter Höhlenkennern nach wie vor als Geheimtipp.

Katerloch
Tropfsteine im Katerloch
Foto: Roman Klementschitz. Aus: WikiCommons unter CC
Katerloch
Tropfsteine im Katerloch
Foto: Roman Klementschitz. Aus: WikiCommons unter CC
Katerloch
Tropfsteine im Katerloch
Foto: Roman Klementschitz. Aus: WikiCommons unter CC

Quellen#

Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: I. Schinnerl