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Kongressbirne#

Herbstbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Kongressbirne
Kongressbirne
© Arche Noah
Kongressbirne
Kongressbirne
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Die Sorte wurde 1852 von einem Obstzüchter mit Namen Morel in Lyon (Frankreich) gezüchtet. Erste Früchte gab es im Jahre 1863. Die Sorte erhielt in Erinnerung an den internationalen Pomologenkongress 1867 in Paris den Namen „Souvenir du Congress“ und wurde 1869 in den Illustrierten Monatsheften als „Andenken an den Kongress“ beschrieben.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist sehr groß, bis 120 mm lang und 90 mm breit, bisweilen sogar noch größer, ist unregelmäßig geformt, klobig, birnförmig bis stumpf kegelförmig, breit, auf der ganzen Oberfläche mit vielen Beulen. Kelchbauchig, stielwärts etwas eingezogen.

SCHALE: #

Ist glatt, dünn, beim Genuß nicht störend, glänzend, zur Baumreife gelblichgrün, Genußreife in grünlichgelb bis gelb übergehend, Deckfarbe sonnseits mehr oder weniger orangerot verwaschen, stellenweise etwas streifig. Rostflecken treten auf der Frucht verstreut auf, stellenweise auch stärker flächig berostet, um den Stiel stets berostet, Schalenpunkte sind klein, in Grundfarbe grün, in der Deckfarbe rot umhoft.

KELCH: #

Ist halboffen bis offen, klein, Blättchen aufrecht, Spitzen sind zurückgeschlagen, liegt in einer weiten, meist relativ flachen Einsenkung, von einzelnen Beulen umgeben, die sich oft weit über die Frucht erstrecken, strahlig berostet. STIEL: Ist kurz und dick, verholzt, sitzt etwas vertieft und ist oft durch Wülste zur Seite gebogen, Stielpartie kräftig berostet.

FRUCHTFLEISCH: #

Ist gelblichweiß, sehr saftreich und süß, ohne merkliche Säure, halbschmelzend, kaum Aroma, kann bei falschem Standort fad mehlig und rübig schmecken.

KERNHAUS: #

Ist klein. Achse geschlossen, die kleinen Kammern sind meist mit wenigen länglich eiförmigen, tauben Kernen gefüllt.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum ist mittelstark wachsend, bildet in der Jugend eine aufrechte pyramidale Krone, später neigen sich die Äste infolge der Schwere der Früchte auseinander.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Seine beste Form ist der Niederstamm, auf windgeschützten Standorten sind auch Halb- und Hochstämme geeignet, Kleinformen auf Quitte sind ohne Zwischenveredlung (Gellerts Butterbirne) nicht genügend lebensfähig.

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Seine Ansprüche an den Boden sind nicht hoch, jedoch ist für die Ausschöpfung des Ertragspotentials ein nährstoffreicher sowie feuchter Boden günstig, ist nur für wärmere, windgeschützte Birnenstandorte bis zu einer Höhe von 200 – 300 Meter sowie Weinbauklima geeignet.

BLÜTE: #

Ist mittelspät, kurzwährend , etwas frost- und witterungsempfindlich.

POLLENSPENDER/BEFRUCHTERSORTEN:#

Pollen ist schlecht, (triploid). Erprobte Befruchtungspartner sind: Frühe aus Trevoux, William Christbirne, Clapps Liebling, Josefine von Mecheln, Köstliche aus Charneu u.a.

PFLÜCKREIFE:#

Anfang bis Mitte September, 5 – 8 Tage vor der Baumreife, wird bei zu später Ernte rasch teigig.

GENUSSREIFE:#

Mitte September bis Anfang Oktober.

LAGEREIGENSCHAFTEN:#

Bei kühler Lagerung nur 8 – 12 Tage.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Der Ertrag setzt früh ein, ist mittelhoch und fast regelmäßig, Schaufrucht, Herbstbirne für den Frischverzehr und Haushalt. Kompottfrucht. Für Erwerbsobstbau nicht geeignet, da die Güte der Früchte zu gering ist und zu dieser Zeit wesentlich bessere Birnensorten am Markt sind.

PFLEGEHINWEISE:#

Sorte benötigt sorgfältigen Aufbau und Überwachungsschnitt.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Ist mäßig schorfanfällig bei ungünstigen Bodenverhältnissen.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)