unbekannter Gast

Konradskirche und Konradsbrunnen#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Der hl. Konrad in der Kapelle von Oberwang bewacht das 'Augenwasser'., © Hilde und Willi Senft
Der hl. Konrad in der Kapelle von Oberwang bewacht das "Augenwasser".
© Hilde und Willi Senft

Fährt man von St. Georgen durch den Attergau weiter hinunter zum Mondsee, dann sollte man im kleinen Ort Oberwang Oberwang, Oberösterreich haltmachen, um sich die Beine zu vertreten und die Konradskirche sowie den Konradsbrunnen mit seinem heilenden Wasser zu besuchen. Die Heilquelle hilft besonders bei Augenleiden.

Von der Konradskriche führt ein leicht ansteigender Waldweg den Berghang entlang und man erreicht in einer halben Stunde Gehzeit den Konradsbrunnen. Einst führte dieser Weg von St. Georgen im Attergau den Berghang entlang nach Mondsee. Der Legende nach entsprang diese Quelle am Ort der Ermordung Konrads und nach mittelalterlichen Berichten sollen hier auch Wunder geschehen sein.

Die Konradskapelle mit dem heilbringenden Augenwasser steht versteckt mitten im Wald., © Hilde und Willi Senft
Die Konradskapelle mit dem heilbringenden Augenwasser steht versteckt mitten im Wald.
© Hilde und Willi Senft

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird von einer Erneuerung des Brunnens und einer dort stehenden Martersäule berichtet. 1680 ist der Baubeginn der Konradskapelle aus Holz und Stein vermerkt. 1690 wurden zwei große Bilder von vier Trägern nach Mondsee gebracht, renoviert und mit neuen Rahmen versehen wieder nach Oberwang zurückgetragen. Es handelte sich dabei wohl um zwei der großen Kapellenbilder.

Wandervorschlag#

Wir folgen vom Kriegerdenkmal in Oberwang der Markierung Nr. 21. Sie leitet uns, mäßig ansteigend, auf gutem Weg zur Kirche St. Konrad, einem der ältesten Gotteshäuser des Landes. In ihm wird unter Gitterverschluß ein „ Totenbretl" gezeigt, auf dem der unversehrt gebliebene Leichnam des Abtes Konrad Bosinlother von Mondsee am 15. Januar 1145 nicht unweit der Kirche an jener Stelle angeschwemmt wurde, an der heute, mitten im Wald, die Konradskapelle steht. Unterhalb und neben der Kapelle entspringen Bründln, deren heilbringendes „Augenwasser" immer wieder Wallfahrer anzieht.

Wir wandern also von der Kirche auf breitem Waldweg noch bis zur Konradskapelle und haben bis hierher weniger als eine Stunde benötigt. Würden wir der Markierung Ar. 21 noch weiter folgen, kämen wir schließlich nach 2 1/2-3 Std. in Mondsee an (Kompaß WK Nr. 18).

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft