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Kornelkirsche (Cornus mas)#

Hartriegelgewächse/Cornaceae#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Die Kornelkirsche ist ein schon lange genutzter Wildobstbaum der von Mittel- und Südeuropa bis nach Mittel- und Kleinasien verbreitet ist. Weitere Namen für die Kornellkirsche sind zum Beispiel Dirndl, Dirlitze, Herlitze oder Gelber Hartriegel. Die Kornelkirsche wird als Baum oder baumartigen Strauch 6-8 m groß, wobei er ein Alter von 100 oder mehr Jahren erreichen kann. Besonders auffällig sind im Frühjahr die gelben Blüten welche sich bereits ab Anfang März öffnen. Im Herbst trägt der Baum ovale, rote Steinfrüchte, die etwa 2cm groß sind und je nach Sorte ab etwa Mitte August bis Ende in den September reifen.

Die Kornelkirsche ist sowohl als Einzelbaum oder Einzelstrauch und auch als Heckengehölz geeignet, und ist in der Ebene bis ins Hügelland verbreitet. Bevorzugte Standorte sind sonnige bis halbschattige Standorte mit humosen, kalkhaltigen, nicht zu trockenem Boden. Man findet sie in lichten Laubmischwäldern, in sommerwarmen Waldrändern, in Gebüschen und Hecken und an trockenen Hängen. Auch in höheren Lagen wächst sie noch sehr gut, allerdings kann es dann sein, dass die Früchte nicht mehr völlig ausreifen.

Die vollreifen Früchte sind dunkelrot, wenn notwendig ist es möglich sie noch einige Tage nachreifen zu lassen. Nur die reifen Früchte sind süß und auch für den Rohverzehr geeignet, da sie sonst herb-säuerlich schmecken. Die Früchte enthalten außerdem viel Vitamin C und lassen sich gut zu Marmeladen, Gelees und Konfitüren verarbeiten. Sie können auch als Kompott verarbeitet oder süß-sauer eingelegt werden. Im halbreifen Zustand dienen sie mit Gewürzen versetzt und in Weinessig eingelegt als Olivenersatz. Natürlich können sie auch zu Säften, Sirup, Likör und Schnaps verarbeitet werden.

Es gibt zahlreiche Sorten die sich zum Teil durch recht große Früchte auszeichnen. Schon vor über 100 Jahren wurden auch Typen mit Farbvarianten (weiße, gelbe, hellrote, fast schwarze Früchte) gezüchtet. Geerntet werden am besten die herab gefallenen Früchte, damit man nur die vollreifen Früchte sammelt. Da die Früchte eines Baumes nicht zur gleichen zeit reifen, müssen die Früchte alle paar Tage aufgesammelt werden. Unter den Bäumen liegende Netze oder Planen können hierbei hilfreich sein. Um zur Weiterverarbeitung größere Mengen zur Verfügung zu haben kann man die gesammelten Früchte zunächst einfriere um sie später zusammen weiter zu verarbeiten. Das Entkernen der Früchte für die Weiterverarbeitung stellt einen gewissen Arbeitsaufwand dar. Die Früchte können durch ein sieb passiert werden, die Kerne können aber auch mittels Zentrifuge oder mit Hilfe eines Olivenentkerners von den Früchten getrennt werden.

Neben den Früchten wurde schon seit langer Zeit vor allem das Holz verwendet. Die Kornelkirsche gehört zur Gattung Cornus, oder mit deutschem Namen Hartriegel, was das Holz gut beschreibt. So ist überliefert, dass bereits die Griechen das harte Holz für Lanzen und Wurfspieße verwendeten, außerdem ist das Holz für Drechsel- und Einlegearbeiten beliebt. Interessant ist dabei, dass das Holz von Kornelkirschen schwerer ist als Wasser und somit nicht schwimmt!

Cornus mas Blüte
Cornus mas Blüte.
Aus: Wikicommons
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Cornus Mas Baum.
Foto: H. Zell. Aus: Wikicommons unter CC
Kornelkirsche Blüte
Kornelkirsche
© Lisa Maurer

Literatur#

  • Helmut Pirc: Wildobst und seltene Obstarten im Hausgarten, Leopold Stocker Verlag Graz, 2009, S. 64-69
  • Verein regionale Gehölzvermehrung: Die Dirndl, Cornus mas L., Amt der NÖ Landesregierung, NÖ Landschaftsfonds, Abteilung Landentwicklung (LF6), St. Pölten 2009
  • Weiterführende Information (zuletzt aufgerufen: April 2012)

Redaktion: Maga. Lisa Maurer