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Kukuruz#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Kukuruz ist die (ost)österreichischische Bezeichnung für Mais (Zea mays). Ähnliche Namen finden sich im Tschechischen (sladká kukuřice - süßer Mais), iPolnischen (kukurydza), Russischen (kukuruza) und Ungarischen (kukorica). Christoph Columbus brachte das in Mexiko heimische Süßgras (Familie: Poaceae) nach Europa. Schon 1525 wurde es in Spanien feldmäßig gebaut. Jetzt werden weltweit auf etwa 150 Millionen Hektar (27 % der Getreideanbaufläche) über 750 Millionen Tonnen (34 % der Getreideproduktion) geerntet.

Mais ist ein Sommergetreide, die Aussaat erfolgt Mitte April bis Anfang Mai, die Ernte im Herbst. Die einjährige Pflanze wird einen bis drei Meter hoch. Der von Blättern umgebene, kolbenförmige Fruchtstand (Karyopsen) enthält weiße, gelbe, rote oder violette Maiskörner. Kukuruz dient als Nahrungs- und Futtermittel, Energiepflanze und Ausgangsprodukt u. a. für Biokunststoffe.

In der traditionellen Landwirtschaft musste man den Kukuruz mit der Hand oder einfachen Maschinen "rebeln", die Blätter entfernen und die Körner vom Kolben trennen. Besonders im Burgenland wurde er in "Tschardaken" genannten, luftige Häuschen aus Holzlatten mit Ziegeldach gelagert. Der Begriff „Tschardake“ bezeichnete im Herrschaftsgebiet der Osmanen hölzerne Wachtürme und wurde vermutlich erst im 19. Jahrhundert für die hölzernen Maisspeicher angewendet. In Halbturn findet alljährlich das Tschardakenfest rund um das Thema Kukuruz statt. Die dekorativ an den Blättern aufgehängten Kolben zählen zum klischeehaften Burgenland-Bild und fanden auch in der populären Fernsehsendung "Musikantenstadel" als Identifikationsobjekt Verwendung.

Im Orakelwesen spielten 3 (5, 7 oder 9)Kukuruzkörner eine Rolle. Am Heiligen Abend als Tellersaat auf den Ofen gestellt, sollten sie bis zum Dreikönigstag keimen. Daraus zog man Schlüsse auf die kommende Ernte. Die Saar sollte am Karfreitag erfolgen, jedoch nicht im Mai oder im Sternzeichen der Fische, des Schützen und Löwen.

1951 schlossen der damalige Parlamentspräsident Leopold Figl und Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow die berühmte "Kukuruzwette", in welchem Land der größere Kukuruz wächst. Figl gewann die Wette.

Quellen#

Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens


Redaktion: hmw


Mais hochdeutsch Kukuruz / Kuruzzenweizen/Türkischer Weizen Türkawaz/ Türka mdl. in Südmähren und Marchfeld Waz in d. Oststeiermark, Waz brodn /Mais rösten , Die Maiskolben in der Milchreife werden am Lagerfeuer geröstet und mit Entsprecheder Flüssigkeitszufuhr bei diesem kleinen Fest verzehrt.

-- Kailbach Walter, Mittwoch, 10. Juni 2015, 10:57