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Kupfer-Schaubergwerk Radmer#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Paradeisstollen
Paradeisstollen
© Eisenblüte und Wildes Wasser/ F. Bayerl, K.&I. Friedl

Bereits in der Bronzezeit wurde im Bereich des Radmertales Radmer erstmals Kupfer gewonnen.

Der neuzeitliche Kupferbergbau wurde von 1547 bis 1855 betrieben und zählte in seiner Blütezeit (1590 bis 1620) zu den vier bedeutendsten Kupferbergbauen in Mitteleuropa. Die höchste Förderung wurde 1596 mit 480 t Rohkupfer erreicht.
Der gesamte Bergbau bestand ursprünglich aus ca. 60 Stollen mit einer dazugehörigen Kupferschmelzhütte; es dürften bis zu 700 Knappen beschäftigt gewesen sein.

Um 1600 wurde das Schloss Greifenberg gebaut und diente ursprünglich als Verwaltungsgebäude für den Kupferbergbau. 1634 fand in diesem Bergbau eine der ersten Sprengungen mit Schwarzpulver in den Alpenländern statt.

Das gewonnene Kupfer wurde zur Weiterverarbeitung sowohl nach Reichraming zur dortigen Messinghütte als auch in den norditalienischen Raum transportiert.

Von 1743 bis 1845 befand sich der Kupferbergbau im Besitz des Stiftes Seitenstetten. Danach wurde es an die Radmeister-Kommunität in Vordernberg verkauft, der es hauptsächlich um die Nutzung des Waldbestandes für ihre Hochöfen ging; 1855 musste schließlich der Kupferbergbau aufgrund zu geringen Ertrages eingestellt werden.

Seit 1996 arbeitet der "Verein Schaubergwerk Radmer" daran, die Kupferbergbaugeschichte von Radmer wieder zum Leben zu erwecken. In vielen tausenden Stunden wurden - beginnend beim alten "Paradeisstollen" - die historischen Kupferbergbau-Stollen wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Heute kann man das Kupferschaubergwerk mit der kleinsten Stollenbahn Österreichs erkunden.
Im Betriebsgebäude des Schaubergwerkes befindet sich ein kleines Kupfer-Museum - ein Schauraum, in dem Funde aus dem Bergwerk sowie Mineralien und andere Exponate ausgestellt sind.

(Das Kupfer-Schaubergwerk ist vom Frühjahr bis zum Wintereinbruch täglich von 09:00 - 18:00 Uhr geöffnet; Führungen finden nach Voranmeldung statt.)

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl