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Laimgrube, Wien 6#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Laimgrube
Laimgrube auf dem Plan von Carl Graf Vasquez, um 1830.
Foto: Peter Gugerell. Aus: Wikicommons

Die Vorstadt befand sich am Glacis zwischen Wienfluss und Mariahilfer Straße. Der Name ist seit 1291 nachzuweisen, doch bestand die Siedlung (Windmühlgasse - Mariahilfer Straße) wohl schon im 11. Jahrhundert. Die Bezeichnung verweist auf den lehmigen Boden. Nach der Fertigstellung der Umwallung wandelte man die Ziegeleigründe in Weingärten um. Im 15. Jahrhundert entstanden Befestigungsanlagen, wie ein Bollwerk mit Torturm bei der Theobaldkapelle des Franziskanerklosters. In der Ersten Türkenbelagerung 1529 wurde dieses jedoch zerstört. Die Siedlung entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert. Charakteristisch für die Vorstadt sind die Stiegenanlagen zwischen Mariahilfer- und Gumpendorfer Straße, Rahlstiege, Fillgraderstiege, Stiegengasse. Sie entstanden durch Lehmabbau auf dem gegen den Wienfluss abfallenden Hang. Die hier befindlichen Ziegeleien hatten ihre große Zeit im 16. Jahrhundert, als mächtige Basteien an die Stelle der mittelalterlichen Stadtmauer traten.

Ein markanter Bau im oberen Teil der Laimgrube ist die heutige Stiftkaserne, urspünglich ein Waisenhaus. 1739 entstand, nach einem Plan Fischer von Erlachs, die Stiftkirche „Zum heiligen Kreuz“ Als Bestandteil der Stiftkaserne ist sie seit 1921 sie römisch-katholische Garnisonkirche von Wien. Im Eingangsbereich hängen zahlreiche Gedenktafeln für gefallene Soldaten. Die Laimgrubenkirche in der Windmühlgasse stand in der Tradition der Theobaldkapelle. 1687-1692 bauten die Karmeliten ihr Kloster und eine Kirche an der Mariahilfer Straße. Bevor man diese Kirche 1907 aus Verkehrsrücksichten demolierte, baute man sie in gleicher Weise 50 m weiter südlich (auf dem Gebiet der Vorstadt Windmühle) in der Windmühlgasse neu und übertrug die Innenausstattung. Für kurze Zeit standen beide Kirchen hintereinander.

Im unteren Teil der Vorstadt ist das Theater an der Wien von Bedeutung. 1800 von Emanuel Schikaneder errichtet, galt es bis zur Eröffnung der Oper am Ring als Wiens schönstes und größtes Theater. Eine Glanzzeit bescherte ihm das Wirken von Johann Nestroy. Zwischen 1833 und 1845 wurde fast jährlich eines seiner Stücke uraufgeführt, in denen er auch selbst spielte.

Das Wappen zeigt den hl. Theobald im Mönchsgewand, zwischen einem Altar mit Kruzifix und einer Kirche.


--> Liste der Wiener Vorstädte

Quellen#

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • Walter Öhlinger (Hg.): Die Pläne der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien von Carl Graf Vasquez


Redaktion: hmw