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Lawinenhundetraining #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Lawinenhunde zählen zu den Rettungshunde, die speziell ausgebildete Haushunde sind. An sich ist jeder Hund durch seine gute Nase dazu geeignet. Die Sucharbeit an sich erfordert eine hohe Motivation, die durch einschneidend positive Erlebnisse gefördert wird. Eine große Rolle spielt auch der Hundeführer. Für den Hund als Rudeltier ist die Beziehung zwischen ihm und dem Menschen entscheidend. Auch eine artgerechte Haltung und der richtige Platz in seinem Rudel fördern seine Motivation zur Sucharbeit.

Ein Hund besitzt etwa 20 bis 40 mal mehr Riechzellen als der Mensch. Dies lässt seinen Geruchssinn 100.000.000 mal besser sein als den Menschlichen. Der Einstieg zum Suchhund erfolgt bereits im Babyalter um den Hund mit allen Situationen vertraut zu machen und so später auch die Schwierigsten zu meistern.

Ausbildungsschritte:#

  • Junghundeausbildung
  • A-Ausbildung zum Lawinenhund mit ca. 1 Jahr
  • B-Ausbildung zum Lawinenhund mit ca. 2 Jahren (je nach Hund auch später)
  • C-Ausbildung: In dieser Ausbildung trainiert der Hund auch mit hohen Anstrengungen zurecht zu kommen. Weiters beinhaltet diese auch alpine Schwerpunkte für den Hundeführer.

Um dem Hund das Suchen von Lawinenopfern beizubringen erfolgt das Training in mehreren Stufen. Zu Beginn wird der Hundeführer in Sichtweite des Hundes versteckt. Der Hund soll so zum Loch laufen und durch Belohnung lernen seine Arbeit gut gemacht zu haben. In den nächsten Schritten steigt der Schwierigkeitsgrad immer mehr und der Hund darf u.a. nicht mehr sehen, wo der Hundeführer oder andere "Opfer" zu finden sind. Wie schon erwähnt ist hier Lob ausschlaggebend um den Hund zu motivieren und so immer schwierigere Einsätze zu meistern.

Lawinenhund im Einsatz
Lawinenhund bei der Arbeit
Foto: G. Huber, Wikicommons unter CC
Gerade im Winter ist bei jedem Einsatz die Zeit entscheidend. Nur wenige Minuten können ausreichen, dass ein Lawinenopfer zu ersticken droht. Weiters benötigt man für einen Einsatz mehrere Hunde, da durch den intensiven Dienst ein einzelner Hund nur etwa 30 Minuten hochkonzentriert arbeiten kann.

Alleine in Salzburg sind die Rettungshundestaffeln mehr als 30 mal im Jahr im Einsatz. In Österreich gibt es über 220 Lawinen- bzw. Suchhunde.

Hundeführerlied#

Wenn Schnee und Eis uns´re Gipfel ziehren, der Sturm jede Spur verweht,

im Nebel manche den Weg verlieren die Lahn mit Ihnen niedergeht,

ja wenn Lawinen donnern und der Schneesturm braust Kameraden sind in Not

kämpfen wir mit den treuen Gefährten mit uns´ren Hunden ge´gn den Tod.

Hab´n wir dann endlich den Tod bezwungen und wenn es dem Schicksal gefällt,

der Lahn ein Leben, ja abgerungen der Hund dann freudig bellt,

ja wenn dann Abends hell die Klampfen klingen, und wir sitzen froh beim Wein

was gibt es schön´res auf dieser Erde möch´st Du nicht ein Hundeführer sein.

Hat dir ein Mädel das Herz gebrochen Du zweifelst an der Welt,

weiß ich Die einen, ja bess´ren Gefährten der Dir die Treue hält,

schau doch in braune Hundeaugen, denn sie strahlen Treu und rein,

was gibt es schön´res auf dieser Erde möch´st Du nicht ein Hundeführer sein.

Melodie: in Junkers Kneipe

Quellen#


Redaktion: S. Erkinger