Lichtental, Wien 9 - Austria-Forum : Heimatlexikon
Lichtental, Wien 9#

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Foto: Peter Gugerell. Aus: Wikicommons
Lichtental ist seit der Eingemeindung 1850 ein Teil des 9. Wiener Gemeindebezirks. Grenzen bilden die Fechtergasse, Liechtensteinstraße bis 115, Nußdorfer Straße bis 68, Rufgasse, Althanstraße bis Fechtergasse. Der Name Lichtental lässt sich sowohl vom Grundherren Liechtenstein als auch von der Tallage ableiten, auch die frühere Bezeichnung "Lichtenwörd", an die der Lichtenwerder Platz erinnert, spielt mit.
Urspünglich befand sich hier eine Insel (Werd) im Augelände der Donau, auf der sich die "Wiese unter dem dürren Sporkenbühel" erstreckte, als deren Besitzer 1254 Heinrich von Liechtenstein erwähnt wird. Markgraf Leopold III. (1073-1136) schenkte die Wiese dem von ihm gegründeten Stift Klosterneuburg. Noch im 17. Jahrhundert hieß die von der Als in West-Ost-Richtung geteilte Gegend "Auf der Wiese" oder "Thalwiese". Damals im Besitz der Fürsten Auersperg, kam sie 1678 an die Fürsten Liechtenstein. Johann Adam Andreas Fürst Liechtenstein ließ nach der Zweiten Türkenbelagerung im südlichen Teil sein Gartenpalais, nördlich des Baches die Grundherrchaft Lichtental mit einem Brauhaus anlegen. 1701 entstand das erste Haus ("Zum goldenen Schlüssel, Salzergasse 1), dem rasch weitere folgten, da der Grundherr 10-jährige Steuerfreiheit gab. Von Anfang an war im Schnittpunkt der beiden Hauptgassen eine Kirche geplant, deren Grundstein Kaiser Karl VI. 1712 legte. Die barocke Vorstadt bestand bis in die 1960er Jahre fast unverändert. Dann wurde sie mit Gemeindebauten und Grünflächen assaniert.
Das markanteste Gebäude ist die Lichtentaler Pfarrkirche"Zu den heiligen 14 Nothelfern" in der Marktgasse 40. Sie ging aus der 1711 errichteten Kapelle "Zur hl. Anna" hervor. Darüber befindet sich heute der Südturm mit dem Steinkruzifix von Joseph Klieber (1827). Zunächst hatte das Gotteshaus nur einen Turm, erst 1827 kam der zweite dazu, ihre Höhe beträgt 50 m. Die Pläne zur Pfarrkirche dürften auf den Hofbaumeister Johann Lukas Hildebrandt und den römischen Architekten Andrea Pozzo zurückgehen, der in der Jesuitenkirche und im Gartenpalais Liechtenstein arbeitete. Zunächst im Barockstil erbaut, wurde das Gotteshaus 1773 ostwärts im Klassizismus verlängert. Ein typisches Beispiel dafür ist der Hochaltar, den vergoldete Steinfiguren der Apostel Petrus und Paulus von Johann M. Fischer flankieren. Den Hochaltar entwarf der führende Architekt des spätbarocken Klassizismus in Wien, der Hofarchitekt Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg, der auch den Plan der Schönbrunner Gloriette verfasste. Die vorderen Seitenaltarbilder stammten von Franz Anton Maulbertsch, Hochaltarbild ("Die heiligen 14 Nothelfer"), Deckenfresken ("Die sieben Bitten des Vaterunser") und hintere Seitenaltäre (hl. Johann Nepomuk, hl. Franz Xaver) von Franz Zoller. Bei einer Umgestaltung der vorderen Seitenaltäre ersetzte man 1832 und 1841 deren Bilder durch Werke von Leopold Kupelwieser. Die Taufkapelle zeigt ein Relief der Taufe Jesu. 2006 erfolgte eine Neugestaltung des Altarraumes samt Volksaltar und Ambo nach Plänen von Johann Traupmann.
Das Wappen zeigt zwei Berge mit je einem kleinen Haus, die ein Tal bilden. Darüber steht die Sonne im Zenith.
Quellen:
- Alfred Wolf: 9 Wege im 9.
- Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien