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Kaibing "Maria Fieberbründl" Wallfahrtskirche und Quelle#

Gemeinde Kaibing; Pfarre und Ortschaft Maria Fieberbründl; Bezirk Hartberg-Fürstenfeld Kaibing, Steiermark

Kaibing, Maria Fieberbründl
© Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka

Der Ort:

Am Kaibingberg wachsen auf vulkanischem Gestein wunderbare Rotweine und es gibt im 373-Seelen-Dorf einen Spitzensommelier, der moderierte Weinverkostungen anbietet, die für Ohren und Gaumen gleichermaßen köstlich sind. Rundum das Apfelland und bald schon ein Kneipp-Aktivpark, der gerade im Entstehen ist, etwa 150 Meter hinter der Wallfahrtskirche wird eine Gradieranlage errichtet. Innovativ auch der 1. Park + Bike-Park der Steiermark. Bald schon wird ein überdimensionales Rad auf die Möglichkeit hinweisen, hier das Auto stehen zu lassen, um mit dem Rad weiterzufahren, eine Servicestelle für Radler inklusive. Der viel benützte Feistritztalradweg führt unmittelbar vorbei. Nahe ist der Tier- und Naturpark Schloss Herberstein mit über 130 Tierarten und jeder Menge Abenteuerangeboten.

Der Weg zur Quelle:

Kaibing, Maria Fieberbründl
© Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka

Auf der B 54 kommend fährt man geradeaus auf der Hauptstraße durch den Ort. Nach ca. 700 Metern gibt es eine Abzweigung rechts Richtung Wallfahrtsort, es ist alles ausgeschildert.

Allgemeines:

Es war einmal ein Einsiedler, der stellte mitten im Wald an einer Quelle eine Marienstatue auf. Bald schon kamen die ersten Besucher zu dieser Waldandacht und gingen getröstet wieder nach Hause. Da träumte eines Tages eine Frau von einem Platz, an dem eine kleine Holzhütte stand, bei der sie betete und ganz gesund aufstehen konnte. Das Traumbild war so real, dass sie sich auf den Weg machte, um danach auch in der Wirklichkeit zu suchen. Sie fand den Ort, wurde geheilt und an der Stelle ihrer Heilung entstand eine Kapelle. Die hölzerne Kapelle morschte und 1876 errichtete man die Gnadenkapelle Maria im Elend, jetzt ist dieser Teil der Altarraum der Wallfahrtskirche. 1894 wurde eine Bethalle gebaut, die jetzt das Längsschiff der Kirche bildet. 1954 verband man die beiden Teile durch ein Querschiff. Es hat hier immer wieder Heilungen gegeben, man kann manches auf den Votivbildern in der Kirche nachlesen.

Kaibing, Maria Fieberbründl
© Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka

Die Quelle:

Die großen Bäume, die nahe an den heiligen Bezirk heranwuchsen, sind in der jüngeren Vergangenheit abgeholzt worden. Dem kleinen Wallfahrtsort, in dem von Palmsonntag an bis zum 26. Oktober immer Betrieb ist, hat das nicht geschadet. Den größten Ansturm hat die Quelle an den Marienfeiertagen zu bewältigen, besonders am 15. August. Jeder Pilger wäscht sich die Augen aus oder lässt Wasser über die Hände laufen, viele nehmen das Wasser für Angehörige mit nach Hause, denn das Fieberbründl soll besonders gut bei Fieber, Halserkrankungen, Kropfleiden, aber auch vielen anderen Krankheiten helfen, wenn man sich damit benetzt und es trinkt.

Kaibing, Maria Fieberbründl
© Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka

Das Wasser:

Es ist jodhaltig und eine wundersame Hals- und Kropfheilung hat es hier bereits gegeben. Die Verrohrung wurde im 19. Jh. angelegt und später nur erneuert. Früher floss das Wasser aus den Händen der Marienstatue, jetzt läuft es zu ihren Füßen in ein Becken. Eine Flaschenbefüllung ist leicht möglich. Das Wasser ist kalt und wohlschmeckend, es hält mehrere Monate, wahrscheinlich sogar Jahre und ist rechtsdrehend.

Wandertip#

Rundwanderung von Herberstein nach Maria Fieberbründl und Schielleiten: Von St. Johann/H, weg begehen wir zuerst den Weg Nr. 7 in Richtung „Fieberbründl". Über Wiesen, durch Waldstücke und an einsamen Bauernhöfen vorbei geht es, bis wir das Marienheiligtum erreichen. Ein Stück des Rückweges ist derselbe, bis wir schließlich beim „Waldhof nach rechts abbiegen (grüne Markierung Nr. 14).

Wir kommen an einem aufgelassenen Bauernhof und an einem Gedenkstein für einen 1924 hier erschossenen Gendarmen vorbei und erreichen schließlich über die „Zingl-Kapelle" die reizvolle Schielleitner Teichlandschaft mit dem Schloß. Nun folgen wir zwischen Teichen der roten Markierung (Nr. 12 und 13), die uns rasch zum Buschenschank Herberstein führt. (Gesamtgehzeit 2 1/2 - 3 Std., Karte: Freytag & Berndt Nr. 131)

Quellen#

  • Heilige Quellen in Österreich von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka, Freya Verlag, 2005
  • Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000