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Maria am Gestade, Wien 1#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Maria am Gestade
Maria am Gestade
© Peter Diem

Über Ruprechtsstiege, Morzinplatz, Salzgries - er folgt dem Verlauf der Uferstraße zwischen römischer Lagermauer und Donau, wo im Mittelalter die Salzschiffe anlegten - und Marienstiege erreicht man den Passauer Platz mit der Kirche Maria am Gestade, früher „Maria Stiegen“ oder „Unsere Liebe Frau auf der Gstetten“ genannt. Das hoch auf der Uferböschung („Gstetten“) gelegene Gotteshaus zählt zu jenen, die Heinrich Jasomirgott im 12. Jahrhundert den Schotten schenkte. Ihr Ursprung geht möglicherweise auf das 9. Jahrhundert zurück. Markant ist sein siebeneckiger, siebengeschoßiger Glockenturm mit der in Maßwerk aufgelösten Haube (um 1430). Er erhebt sich über dem Knick zwischen Chor und Langhaus. Dieser erklärt sich aus dem Geländeverlauf ebenso wie aus der Baugeschichte.

Das Gotteshaus entging vor 200 Jahren nur knapp dem Abbruch. Es diente als Pferdestall für Napoleons Truppen und als Lagerhalle. 1812 entschied sich Kaiser Franz II. (I.) (1768-1835) für die Renovierung und Übergabe an die Redemptoristen. In Österreich hat diesen Orden Clemens Maria Hofbauer (1751-1820) eingeführt. Der Wiener Stadtpatron fand seine letzte Ruhestätte in Maria am Gestade. In der 1987 neu gestalteten Clemenskapelle mit seinen Reliquien steht auch einer der wenigen steinernen Renaissancealtäre Wiens, der Pergeraltar aus dem Jahr 1520. Im Sinne des Historismus erfuhr die Kirche Veränderungen, wobei man gotische mit neugotischen Elementen bereicherte.

Quelle#

  • Helga Maria Wolf. Spurensuche Wien. Rundgänge durch die Geschichte. Erfurt 2007

Redaktion: hmw