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Mariazellerwege - auch "Pilgerwege nach Mariazell" #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Basilika Mariazell
Basilika und Wallfahrtskirche Mariazell, Steiermark. Barock erweitert durch Domenica Sciassia, der gotische Turm von 1430 blieb erhalten. Photographie. Um 1999
© IMAGNO/Gerhard Trumler

Die Idee des Pilgerns, der Reise ins "Ich", ist uralt – vieles hat sich im Laufe der Zeit geändert, die Grundidee ist geblieben: Danken für wiedererlangte Gesundheit, Bitten um Genesung, Buße tun, ein Gelübde ablegen, Ablass erbitten … oder schlicht und einfach die Sehnsucht nach Ruhe, nach Frieden, nach einer neuen Sinnfindung.

Heute erlebt das Gehen in der Stille eine Renaissance. Die "modernen" Pilger genießen es, dem Stress zu entfliehen, mit Muße unterwegs zu sein und in und aus der Natur Inspiration und neuen Sinn zu schöpfen.

Viele Wege führen nach Mariazell, zu einem kirchlichen und kulturellen Zentrum, einem Gnadenort, der zu den berühmtesten Wallfahrtsorten Europas gehört.

Mariazell Mariazell , erstmals 1266 als Wallfahrtsort erwähnt, wurde nach dem Tod Joseph II., der die Wallfahrt verboten hatte und nach der Gegenreformation im 17. Jahrhundert zum größten Wallfahrtsort der Monarchie. Aus allen Kronländern pilgerten die Menschen zu diesem Gnadenort; 1907 wurde die Wallfahrtskirche von Papst Pius X. zu "basilika minor" ernannt.

Gnadenaltar Mariazell
Gnadenaltar 1727 von Joseph Emanuel Fischer von Erlach geschaffen der Wallfahrtsbasilika Mariazell in der Steiermark. Photographie von Gerhard Trumler 1990
©IMAGNO/Gerhard Trumler
Gnadenbild in Mariazell
Gnadenbild in Mariazell spätromanische Statue der Gottesmutter die das Kind auf dem rechten Arm trägt. Photographie. Um 1995
© IMAGNO/Lois Lammerhuber

Das Zentrum der Basilika von Mariazell hat zwei Zentren: die Gnadenkapelle als sakrales und den Hochaltar von Fischer von Erlach als künstlerisches.

Alles überstrahlendes Herzstück ist das Gnadenbild, eine spätromanische Statue der Gottesmutter mit Kind - die Magna Mater Austriae, eine 48 cm große Skulptur aus Lindenholz.

Die Mariazeller Wege#

Beim "Mariazeller Wallfahrerwegesystem 06" handelt es sich um Österreichische Weitwanderwege 06 mit einer Gesamtlänge von ca. 1100km (1981 eröffnet).

Ursprünglich sechs verschiedene Pilgerwege nach Mariazell bildeten zusammen ein Wanderwegesystem, und in diesem Wallfahrerwegesystem führen im wahrsten Sinne alle Wege nach Mariazell: Wiener, Niederösterreichischer, Kärntner, Steirischer, Burgenländischer und Oberösterreichischer Mariazellerweg wurden anlässlich des Jubiläums "850 Jahre Mariazell" und des Papstbesuches um einen 7. Pilgerweg von Salzburg nach Mariazell erweitert.

  1. Wiener Mariazellerweg
  2. Niederösterreichischer Mariazellerweg
  3. Burgenländischer Mariazellerweg
  4. Oberösterreichischer Mariazellerweg
  5. Kärntner Mariazellerweg
  6. Steirischer Mariazellerweg
  7. Salzburger Mariazellerweg

1. Wiener Mariazellerweg#

Den Ausgangspunkt bildet der südwestliche Wiener Stadtrand bei Wien-Rodaun bzw. Perchtoldsdorf. Von dort geht es durch den südlichen Wienerwald nach Heiligenkreuz und Mayerling sowie nach Maria Raisenmarkt am Fuße des Peilsteins. Über den Wallfahrtsort Hafnerberg in den alten Wallfahrtsort Kleinmariazell und nach Kaumberg. Später zur Araburg und von dieser zum Kieneck. Weiter zum Unterberg, hinunter nach Rohr im Gebirge und in die Kalte Kuchl. Über St. Ägyd am Neuwalde zum Kernhofer Gschaid, hinunter in die Walster und zum Hubertussee sowie durch das Halltal in den Gnadenort Mariazell.

2. Niederösterreichischer Mariazellerweg#

Dieser führt vom Waldviertler Freiwald über die Kamptalseen, den Horner-, Gföhler- und Dunkelsteinerwald sowie die Türnitzer Alpen ins Mariazellerland. Er beginnt dabei auf dem aussichtsreichen Gipfel des Nebelstein, zieht über St. Martin, Rosenau, Zwettl, Ottenstein, Krumau und Wegscheid nach Rosenburg mit seiner herrlichen Burganlage. Weiter über Tautendorf und Schiltern nach Krems a.d. Donau und durch den Dunkelsteinerwald in die Landeshauptstadt St. Pölten. Nun über Wilhelmsburg auf den Kaiserkogel und über den Hohenstein nach Türnitz. Schließlich über Ulreichsberg in die Walster oder wahlweise über den Tirolerkogel und Annaberg nach Mariazell.

3. Steirischer Mariazellerweg#

Ab Eibiswald verlaufen der Kärntner- und der Steirische Mariazellerweg gemeinsam über Schwanberg, Deutschlandsberg, Bad Gams und Stainz in die Landeshauptstadt Graz. Über den Wallfahrtsort Mariatrost auf den aussichtsreichen Schöckl und hinunter nach Passail, nun über die Sommeralm zum Straßegg und zum Gasthof auf der Schanz. Weiter über die Stanglalm, Mitterdorf und die Hundskopfhütte zur Rotsohlalm am Fuße der Hohen Veitsch bzw. über den Niederalplpass nach Schöneben oder wahlweise vom Gasthof auf der Schanz über Alpl, Krieglach, das Veitschbachtörl und über Mürzsteg nach Schöneben und weiter gemeinsam mit der Mitterdorfer Variante nach Mariazell.

4. Burgenländischer Mariazellerweg#

Von der Landeshauptstadt Eisenstadt zieht der Weg über Großhöflein zur bekannten Burg Forchtenstein im Rosaliengebirge, weiter nach Pitten im gleichnamigen Tal. Dann nach Würflach und durch die romantische Johannisbachklamm nach Puchberg am Schneeberg. Nun über die Mamauwiese ins Höllental nach Schwarzau im Gebirge bzw. über die Gscheidlhöhe zum Lahnsattel und nach Terz. Weiter durch das Obere- und Untere Halltal in den Gnadenort.

5. Oberösterreichischer Mariazellerweg#

Ausgangspunkt dieses Weges ist der Pöstlingberg bei Linz. Er zieht über die Landeshauptstadt Linz, das Stift St. Florian, den weltberühmten Ort Christkindl, die alte Bezirksstadt Steyr, den Spadenberg und Plattenberg hinüber nach Waidhofen an der Ybbs, sodann weiter über Lunz am See, Lackenhof am Ötscher, den Riffelsattel, die Ötschergräben und Mitterbach am Erlaufsee nach Mariazell.

6. Kärntner Mariazellerweg#

Der Kärntner Mariazellerweg zieht von der Landeshauptstadt Klagenfurt durch die kulturhistorisch bemerkenwerten Orte Maria Saal und Magdalensberg nach Brückl im Görtschitztal. Dann in den Sonnenort Diex und über Griffen nach Lavamünd und in das Sobothgebiet. Dann durch die Orte Soboth, Rothwein sowie Aibl in den bekannten Grenzort Eibiswald. Von hier verläuft er auf dem "Steirischen Mariazellerweg" in den Gnadenort Mariazell.

7. Salzburger Mariazellerweg#

Der Salzburger Mariazellerweg stellt die West-Verbindung von Salzburg über St. Wolfgang Salzkammergut – Ebensee – Almtal – Ternberg – Waidhofen dar. Dort schließt er sich mit dem Oberösterreichischen Weg (vom Pöstlingberg) zusammen. Von dort geht es über Maria Seesal – Lackenhof – Ötscher – Mitterbach nach Mariazell..

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl