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Maroni#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Maronibrater
Maronibrater an der Wiener Ringstraße, 1910
© IMAGNO Austrian Archives, Foto: Emil Mayer

Die geröstet süß schmeckenden Früchte des Edelkastanienbaums (Castanea sativa) sind reich an Mineralien und Vitamin B. Vor dem allgemeinen Gebrauch der Erdäpfel waren sie ein sättigendes Grundnahrungsmittel, aus dem man Mehl und Brot herstellte. In Südtirol sagte man, ein Baum ernähre eine Familie. In Wien kaufte man Edelkastianien bei den Maronibratern, die riefen: „Brennhaße Kästen! Große wällische Kästen! Ossa hassa hob i do!" Die Kastanien (Kästen) rösteten sie auf einem kleinen Eisenofen, der mit Holzscheitern befeuert wird. Sie liegen an der Oberseite in einem Einsatz, der der mit einer Blechzange rüttelt, damit die Maroni nicht verbrennen.

Die meisten Maronibrater kamen aus der einstigen deutschen Sprachinsel Gottschee (Kocevce, Slowenien), deren Einwohner seit dem frühen 17. Jahrhundert Wanderhändler-Privilegien besaßen. Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatten sie den Südfrüchtehandel fast bis zum Monopol gesteigert, einige Familien profilierten sich im 19. Jahrhundert als Großhändler. Um die Jahrhundertwende arbeiteten in Wien 300 Gottscheer Maronibrater, die mehr schlecht als recht lebten.

Quelle#

Helga Maria Wolf: Die Märkte Alt-Wiens. Wien 2006. S. 48


Redaktion: hmw