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Martinsturm in Bregenz#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Martinsturm Bregenz
Martinsturm in Bregenz
© Österreich Werbung/Bohnacker

Der Martinsturm ist das Wahrzeichen der Vorarlberger Hauptstadt Bregenz. Die ersten Steine dürften im Mittelalter (rund 13. Jahrhundert) bei der Stadtgründung gelegt worden sein. Nach einem Brand Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Turm, der einst ein Getreidespeicher war, 1601 im Nordosten der Stadtmauer zur Hochwacht aufgebaut. Als Krone trägt er Mitteleuropas größtes Zwiebeldach mit Laterne von Benedetto Prato. Die Höhe beträgt 39 Meter. Der Martinsturm war das erste Bauwerk im barocken Stil im Raum Bodensee.

Seit 1602 befindet sich an der Südwand eine Außentreppe, die zum Eingang auf halber Höhe führt. Diese wurde vom Bregenzer Werkmeister Hans Buschor überdacht.

Martinskapelle
Blick vom Langhaus der Martinskapelle zum Chor im Martinsturm.
Foto: A. Praefcke. Aus: Wikicommons unter CC

1701-1705 wurde das Langhaus mit einer Kapelle für die Bevölkerung gebaut. In der Martinskapelle im Langhaus sieht man auf den Chorraum im Turm, der einen gotischen Freskenzyklus aus dem 14./15. Jahrhundert beherbergt.

In der Turmlaterne von B. Prato befinden sich zwei Glocken. Eine Glocke wird beim Kirchgang, bei Taufen und Hochzeiten geläutet. Die zweite kann nach wie vor nur per Hand geläutet werden. Diese darf nur am Patrozinium des Hl. Martin und zur Begrüßung des neuen Jahres geläutet werden. Einzige Ausnahme davon ist die Wahl eines neuen Papstes. Dann wird sie auch zu seinen Ehren geläutet. Aus diesem Grund trägt die Glocke im Volksmund den Namen "Papstglocke".

An der Westwand befindet sich noch eine dritte Glocke für die Turmuhr. Sie läutet zur vollen Stunde die jeweilige Uhrzeit, sowie zur halben Stunde ein Mal. Diese Glocke ist bekannt unter dem Namen "Henkersglocke", da sie früher neben der Uhrzeit auch Verurteilten auf dem Weg zur Richtstätte geläutet hat.

Quellen#


Redaktion: S. Erkinger