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Matador#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Matador
Matador-Riesenrad aus 1960.
Foto: Martin Schulz. Aus: Wikicommons unter CC

Johann Korbuly entwickelte die Idee eines Holzbaukastens. Da die herkömmlichen Holzbausteine keine stabilen Konstruktionen ermöglichten, versah er sie mit Bohrungen und benutzte Stäbe als Verbindungselemente.

Für den so entstandenen Holzbaukasten erhielt Korbuly 1901 ein Patent und zwei Jahre später begann er selbst mit der Produktion und dem Verkauf. Aufgrund des großen Erfolges wurde die erste Fabrik in Wien bald zu klein und 1915 übersiedelte Korbuly nach Pfaffstätten bei Traiskirchen.

1919 übernahm Johann Korbuly junior die Firma, zunächst gemeinsam mit dem jüngeren Bruder Rudolf und ab 1931 allein. 1922 wurde der Elektro-Matador herausgebracht. Diese Baukästen waren mit Blechen, Drähten, Eisenkernen, Federn usw. bestückt. Im selben Jahr erschien auch die Physiknummer, die eine Elektroergänzung und einen Versuchskasten für Reibungselektrizität enthielt. Im Jahr 1924 erschienen die Radioergänzungen mit denen man funktionierende Radios bauen konnte. 1925 wurden Eisenbahnschienen und Schwellen herausgebracht.

Bis zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde das Sortiment laufend erweitert und immer mehr Baukästen und Sonderteile herausgegeben. Während des Krieges wurde die Produktion eingestellt.

1950 wurde die 'Matador-Ki-Serie' für jüngere Kinder entwickelt. Sie bestand aus großformatigen Steinen und einfacheren Verbindungselementen.

Matador
Matador-Modell.
Foto: Priwo. Aus: Wikicommons unter CC

1965 gelang die erfolgreiche Markteinführung in den USA. Doch in den 1970er Jahren konnte Matador mit den aufkommenden Metall- und vor allem Kunststoffbaukästen nicht konkurrieren. 1978 verkauften die Korbuly-Söhne die Firma an den Zeitungsherausgeber Kurt Falk. Dieser versuchte mit bunt lackiertem Holz und mit Kunststoffteilen der Konkurrenz Stand zu halten, musste aber 1987 das Handtuch werfen.

Seit 1997 sind Claudia und Michael Tobias die Inhaber der Marke Matador. Kurz nach Wiedereinführung waren die ersten Lieferungen ausverkauft. Nach kostenintensiven und technisch aufwendigen Investitionen in Maschinen wurde es möglich nach und nach eine österreichische Produktion aufzubauen. Heute wird Matador zu 99,5% in Österreich hergestellt und in viele Länder exportiert. Somit ist der Wiederaufbau der Marke gelungen. Die Matador Spielwaren Ges.m.b.H. in St. Pölten produziert jährlich etwa 60.000 Matador-Sets.

Der Erfinder Rudolf Korbuly verstarb am 23. Mai 2008 nach langer schwerer Krankheit und wurde auf dem Friedhof in Oberwaltersdorf beigesetzt.

Nach einem Brandanschlag am 18. Mai 2009 auf eine Tischlerei in Waidhofen an der Thaya, musste die Warenauslieferung und die Fertigung eingestellt werden, da das Holz- und das Warenlager ausbrannten. Doch schon im September konnte die Produktion wieder aufgenommen werden.

Für die Inhaber steht Menschlichkeit und Natürlichkeit an erster Stelle:

„In unserer Zeit der raschen Veränderungen ist es unserer Meinung nach wichtig, nicht der Profitgier zu folgen, sondern das wirklich Wichtige für uns und unsere Kinder zu erkennen. Unser Motto lautet daher: We don´t make toys – we make children happy“

Quellen#


Redaktion: K. Ziegler