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Matzleinsdorf, Wien 5#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Matzleinsdorf
Matzleinsdorf auf dem Plan von Carl Graf Vasquez, um 1830.
Foto: Peter Gugerell. Aus: Wikicommons

Der Sitz der Herrschaft Matzleinsdorf befand sich im Margaretener Schloss. Der Grundriss des Schmalangerdorfes weist auf seine Entstehung im 11. Jahrhundert hin. 1305 wurde die kleine Ortschaft, die sich nur langsam entwickelte, "Mätzelsdorf" genannt. Im 15. Jahrhundert litt sie schwer unter den Einfällen von Matthias Corvinus. Der Bau des Linienwalls (1704) vereinte die "nichtbürgerliche Vorstadt" mit dem Wiener Burgfried (Geltungsbereich des Stadtgerichts). In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte eine rege Bautätigkeit ein, die zu einem sozialen Wandel führte. Der Gärtner- und Handwerkerbezirk wurde zum Arbeiterquartier.

Für die Seelsorge entstand 1709 eine Kapelle, an deren Stelle 1725 in der Mitte der Wiedner Hauptstraße (Höhe Nr. 105) die alte Matzleinsdorfer Kirche ("Zum hl. Florian") trat. Diese barocke "Rauchfangkehrerkirche" wurde trotz heftiger Proteste 1965 aus Verkehrsrücksichten demoliert. Ihre Nachfolgerin (Wiedner Hauptstraße 97-99) ist mit 43 m Länge und 30 m Breite eine der größten modernen Kirchen Wiens. Die Planung, die kurz vor dem 2. Vatikanischen Konzil begann, oblag Rudolf Schwarz, die Ausführung Johann Petermair. Die künstlerische Ausstattung ist von der Stahlbeton- Skelettbauweise geprägt. Die Kirchweihe erfolgte 1963, der Bau des Glockenturms zehn Jahre später. Eine Glocke stammt aus der alten Kirche.

Das Wappen zeigt den hl. Florian mit Fahne und Feuerlöschkübel.

--> Liste der Wiener Vorstädte

Quellen#

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
  • Walter Öhlinger (Hg.): Die Pläne der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien von Carl Graf Vasquez


Redaktion: hmw