Mitterhausalm und Erbsensuppe - Austria-Forum : Heimatlexikon

Erbsensuppe beim „Walcher“ - Mitterhausalm #


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Mitterhausalmhütte
Romantische Lage am Waldrand auf der Verbindungsabfahrt zwischen Planai und Hauser Kaibling: die Mitterhausalmhütte.
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

Mitterhausalmhütte
Die Hütte verspricht schon von außen urige Gemühtlichkeit.
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

Der unvergessene Sepp Walcher, der als Abfahrtsweltmeister ausgerechnet bei einem Hobbyskirennen ums Leben kommen musste, bewährte sich in seiner „zweiten Karriere“ auch als Hüttenwirt. Auf der Mitterhausalm, weit oberhalb von Schladming, wird noch heute Skifahrern aus aller Welt die berühmte Erbsensuppe serviert.

Am 22. Jänner 1984 verunglückte der erfolgreiche Profi-Skirennläufer Sepp Walcher beim 3. Hochwurzen- Skimarathon in Rohrmoos tödlich. Ausgerechnet ein Hobbyskirennen wurde dem Abfahrtsweltmeister von Garmisch-Partenkirchen zum Verhängnis …

Geboren wurde Sepp Walcher 1954 in Schladming. Das Skifahren lernte der kleine Sepp von seiner Mutter, die es immerhin auf einige österreichische Meistertitel in der Jugendklasse brachte.

Sepp Walchers große Karriere wurde ihm also praktisch „in die Wiege gelegt“. Schon in jungen Jahren wurde er in den Skiclub Schladming aufgenommen. Zu seinen größten Erfolgen zählen fünf Weltcup-Abfahrtssiege: Gleich zwei Siege konnte er auf der wohl berühmtesten und schwersten Abfahrt der Welt, der Streif in Kitzbühel, verbuchen. Weitere Weltcupsiege gab es in Morzine, Heavenly Valley und Gröden. Die Krönung seiner Sportlerlaufbahn erfolgte 1978 in Garmisch mit dem WMTitel.

Leider war Sepp Walcher auch ein großer Pechvogel. Seine Rennläuferkarriere war von zahlreichen Verletzungen gekennzeichnet. Die Liste der Verletzungen ist mindestens genauso lang wie die seiner Erfolge.

Sepp Walcher
Erinnerungsfoto des bekannten Abfahrers und Bauherrn der Hütte, Sepp Walcher.
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

Ende der Sportlerkarriere und die Mitterhausalm #

Nach dem Ende seiner Sportlerkarriere im Jahr 1982 führte Sepp Walcher gemeinsam mit seiner Frau die Mitterhausalmhütte, die er selbst erbaut hatte. Im Jahr 1992 wurde die Hütte verkauft, wird aber nach wie vor bewirtschaftet. Bekannt war (und ist) die Hütte nicht nur wegen Sepp Walcher, sondern auch wegen der guten Erbsensuppe mit Würstel.

Wo findet man nun die Mitterhausalm und damit diese winterliche Köstlichkeit? Ganz einfach, an der Verbindungspiste zwischen Planai und Hauser Kaibling. Am leichtesten geht es im Winter: Schon von oben, wenn man mit dem Lift von der Planai herüberkommt, sieht man nach ein paar Schwüngen die Mitterhausalmhütte, malerisch eingebettet in eine Mulde am Waldrand. Nicht nur ein Paradies für Skifahrer, sondern auch für Wanderer, die allerdings einen anstrengenderen Aufstieg auf sich nehmen müssen.

Im Inneren der Hütte findet man nur mehr ein Foto als Erinnerung an Sepp Walcher. Die Zeit ist also auch auf der Mitterhausalm nicht stehen geblieben, aber die Erbsensuppe, die gibt es heute noch. Und sie schmeckt so gut wie damals. Also nichts wie hin und: Guten Appetit!

Erbsensuppe mit Würstel
Eine Spezialität des „Hauses“: die Erbsensuppe mit Würstel.
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

Erbsensuppe mit Würstel #

(für 4 Portionen)

Das Originalrezept der Erbsensuppe bleibt ein Geheimnis des Hüttenwirts. Gut gelingt sie aber auch nach folgender Anleitung.

Zutaten: 250 g getrocknete Erbsen, 100 g geräucherter Speck im Ganzen, eine Zwiebel, Suppengrün, eine große Kartoffel, Pfeffer, Majoran, Salz, 2 Paar Frankfurter Würstel.

Zubereitung: Die über Nacht eingeweichten Erbsen im Einweichwasser mit Speck, der ganzen Zwiebel, Suppengrün und den Gewürzen kurz aufkochen und auf kleiner Hitze langsam köcheln lassen. Nach Bedarf mit Wasser aufgießen. Kartoffel schaben und dazugeben, weiterköcheln lassen. Speck, Zwiebel und Suppengrün herausnehmen, die Suppe durch ein Sieb streichen oder mit dem Stabmixer passieren, den Speck klein schneiden und in die Suppe zurückgeben. Erst am Schluss salzen, weil sonst die Erbsen nicht weich werden. Die Frankfurter extra kochen, klein schneiden und in die Suppe geben. Am besten schmeckt frisches Bauernbrot dazu. Gutes Gelingen!

Unser Tipp: Wer die Suppe lieber im Original verkosten möchte, der möge es mit Wolfgang Ambros und seinem Hit „Schifoan“ halten: „Am Freitog auf’d Nocht, montier i die Schi auf mei Auto und daunn begib i mi“ – auf die Mitterhausalm!


Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:

Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl. Geheimnisvolle Steiermark. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2011.


--> Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)

« Diese Seite wurde am Dienstag, 17. April 2012, 12:12 von Ziegler Katharina erstellt, zuletzt geändert am Mittwoch, 27. März 2013, 12:08 von Ziegler Katharina (Version 5).
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