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(Alpen-)Mutterwurz#

Das beste Almkräutel

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Mutterwurz
Mutterwurz
© W. Senft

Die Alpenmutterwurz, auch Muttern, Madaun oder Alpen-Liebstock genannt, erhielt vom Volk schon in alten Zeiten ihren Namen „Mutter" wegen ihrer Verwendbarkeit bei Frauenkrankheiten. Sie gehört zur Familie der Doldenblütler und gilt seit altersher als vortreffliches Alpenfuttergewächs. Ein bekannter Sennenspruch des Berner Oberlandes lautet: „Rispe, Muttern und Adelgras (Wegerich) sind das beste, was das Kühli fraß!" In Graubünden wird das Mutternkraut sogar in das tägliche Alpgebet miteingeschlossen.

Dem Heu verleiht die Mutterwurz, einen süßen, angenehmen Geruch, das Kraut hat auf den Darm von Mensch und Vieh eine erwärmende Wirkung und schützt letzteres besonders bei verregnetem Futter vor Erkältung. Ein Aufguß der Wurzeln wurde häufig gegen Verstopfung und Kolik sowie bei Leber-, Nieren- und Blasenleiden verwendet. Ein Absud der ganzen Pflanze (5 Gramm auf ein Achtel Liter Wasser) gilt als besonders magenstärkendes Mittel. Früher benutzten die Senner in Westösterreich die Wurzel auch zum Würzen des Ziegers, des bekannten Kräuterkäses. Die frischen Blätter können in der Küche ähnlich wie Petersilie verwendet werden.

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Auch die Gemsen und Murmeltiere äsen die Mutterwurz sehr gerne ab. Die im Mittelalter als Arzneimittel hochberühmten Bezoar- oder Gemskugeln, die man gelegentlich im Magen der Gemsen vorfindet, bestehen häufig aus den zusammengeballten, unverdaulichen Schopffasern der Mutterwurz.

Botanisch nahe verwandt ist die Alpenbärwurz, die ihren Namen angeblich von ihrer Verwendungsmöglichkeit bei Frauenkrankheiten (Krankheiten der Gebärmutter) haben soll. Auch die Bärwurz ist ein aromatischer Bestandteil des Almfutters und wird von den Kühen wegen ihrer diätischen Wirkung besonders gerne angenommen. Die Pflanze hat einen durchdringenden, gewürzhaften Geruch nach Fenchel und einen scharfen Geschmack.

Die Pflanze gehört zur Familie der Doldenblüter (Apiaceae). Sie ist 10-50cm hoch und hat einen würzigen Geruch. Die Blätter sind dreieckig, 2-3fach gefiedert, mit häutigen Scheiden. Sie hat entweder keine oder bis zu zwei Stängelblätter. Die 1-3 endständigen Dolden sind jeweils 7-10strahlig. Die Kronblätter sind weiß, rosa oder purpurn.

Man findet die Pflanze auf Matten, Wiesen, Weiden, Hochstaudenfluren, Grünerlengebüsch verbreitet und häufig in der subalpinen und alpinen Stufe von etwa 1500 bis 2800m. Ihre Blütezeit ist von Juni bis August.

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft. Die schönsten Almen Österreichs. Brauchtum & Natur - erwandert und erlebt. Leopold Stocker Verlag. Graz- Stuttgart.
  • Naturführer Österreich (1981) von Herbert Schliefsteiner et al.