Naturpark Dobersberg - Austria-Forum : Heimatlexikon
Naturpark Dobersberg an der Thaya#
Natur erleben diesseits und jenseits der Wissenschaft #
Reifes Wasser aus dem Jungbrunnen

"Heimatlexikon - Unser Österreich"
1998 wurde die neu gestaltete Ortsdurchfahrt des Marktes Dobersberg eröffnet. Sie lädt zum Anhalten ein. Man sollte sich ruhig einmal umschauen in dieser freundlichen Ortschaft im nördlichen Weinviertel, bevor man den Weg in eine der vier Himmelsrichtungen fortsetzt.
Dobersberg liegt an einem uralten Kreuzungspunkt. Entlang der Grenze verläuft Ost-West die Thayatal-Bundesstraße, und von Süden her kreuzt eine der Hauptverbindungen von Krems nach Böhmen und Mähren. Zum Anschauen gibt es hier das Feuerwehrmuseum (siehe Kulturtipp) und im Schloss das Informationszentrum des Naturparks Dobersberg mit einem kleinen Naturkundemuseum als Einführung für den eigentlichen Grund des Besuches: In erster Linie reist man nach Dobersberg, um sich an den stillen Ufern der Thaya in die Kunst der Radiästhesie einweihen zu lassen.
Wir befinden uns hier mitten in der Böhmischen Masse, dem Rest eines gewaltigen Bergmassivs, das im Verlauf von 450 bis 300 Millionen Jahren zur heutigen hügeligen Hochfläche abgetragen wurde. Vorherrschendes Gestein sind Gneis und Granit, in deren Gängen und Klüften Schätze wie Bergkristall, Jaspis und Dobersberger Opal in ausgezeichneter Qualität gefunden wurden. Die Flora wird von tiefmontanen Waldgesellschaften beherrscht. Bezüglich der Fauna werden wir im Museum über das Erkennen von Ährenmaus und Weißbrustigel sowie über die Unterschiede zwischen Echtem und Östlichem Feldhasen informiert.
Wir wären somit in der Lage, den Naturpark auf eigene Faust zu durchwandern, mit Einstieg über den überdachten Holzsteg, der 1973 von Pionieren des österreichischen Bundesheeres gebaut wurde, durch die wildromantische Farnschlucht mit der Felsenkanzel zum Wildsaugatter und zum Felsenteich. Damit läuft man jedoch Gefahr, die wahren Feinheiten, die im wahrsten Sinn des Wortes „feinstoffliche“ Qualität dieser Gegend zu übergehen.
Der behördlich befugte Rutengänger Wolfgang Hanisch betreibt in Dobersberg eine Wünschelrutenschule, das 1. Österreichische Ausbildungszentrum für Radiästhesie und Baubiologie. Einer seiner Assistenten ist Attila Csallány, ein Spätberufener. Erst nach seiner Pensionierung 1997 hat er sich zum Radiästheten ausbilden lassen. Er zeichnet für die Errichtung des Wünschelrutenweges im Naturpark verantwortlich.
Für seine Kurse im Umgang mit Rute und Pendel liebt Herr Csallány geomantische Vollmondwanderungen am Ufer der Thaya. Fahles Mondlicht zwischen schwarzen Erlenstämmen beleuchtet die Initiation williger Schüler. Für sie ist es das erste Mal, und entsprechend groß ist die Aufregung. „Es hat noch niemanden gegeben, der es nicht erlernt hätte“, zerstreut Adept Csallány letzte Bedenken einer zweifelnden Schar. Es folgen elementare Anweisungen wie das richtige Halten des Geräts. Doch in den meisten Händen bleibt trotz korrekt angelegter Oberarme das Pendel reglos, wohin sich der Suchende auch damit Feuwendet. „Bestimmen Sie für sich jeweils ein Zeichen für positiv oder negativ“, fährt Csallány fort. „Wenn sich etwas rührt, dann verstärken Sie diese Bewegung ganz bewusst. Wenn nicht, beginnen Sie einfach mit der Bewegung, bis Sie es richtig spüren.“
Irgendwann bewegt sich das Pendel scheinbar ohne alles Zutun ganz von selbst in der Hand. Nach und nach wird nun umgestiegen: auf die leichte Hakenrute aus zwei Metallstäben und auf die Gabelrute aus Kunststoff.
Seit Menschengedenken wird die Wünschelrute zur Suche von Bodenschätzen und Wasser eingesetzt, und genauso lang ist sie umstritten. Die einen berufen sich auf alltägliche Erfahrungen, wenn sie sagen: „Und sie bewegt sich doch!“, worauf die Gegner schlicht von Humbug sprechen. Es gibt keinerlei brauchbare empirische Untersuchungen, da die Trefferquote für ein ernsthaftes Ergebnis zu gering ist. Von wissenschaftlicher Seite ist somit keine Erklärung dieses Phänomens zu erwarten.
Herr Csallány führt es darauf zurück, dass der Mensch eine Antenne ist und über ein Instrumentarium für binäre (aus zwei Teilen bestehende) Abfragen verfügt. Wenn unter dem Boden Wasser vermutet wird, dann bestätigt oder verneint die Rute diese Annahme. Csallány: „Wenn ich danach frage und ich treffe auf diesen Stoff, dann nehme ich dessen Schwingung mit dem vegetativen Nervensystem auf. Das Gehirn erfährt unbewusst davon, dass ich nach einem bestimmten Stoff frage, erkennt ihn, gibt wieder über das vegetative Nervensystem für Mikrobewegung Befehl an den Halteapparat, damit das Gerät ja oder nein sagt – das ist es und sonst nix!“
Höhepunkt dieser lehrreichen Wanderung ist der Jungbrunnen unmittelbar am Thayaufer. Sein Wasser hat den Ruf eines wahren Energydrinks. Für jeden Molekularbiologen ist es gewöhnliches, reines, gesundes H2O, nicht aber für Herrn Csallány:
„In einer Vollmondnacht wie heute hat dieses Wasser die zehnfache Intensität als normal und nähert sich dem Heilwasser.“ Er erzählt von Schwingungen der Materie und dem Verhältnis der Schwingungszahl dieses Wassers zu jener in den eigenen Körperflüssigkeiten: „Gebohrtes Wasser wie das in der Wasserleitung ist negativ besetzt. Der Körper braucht Energie, um die geringere Schwingungszahl auszugleichen. Positiv ist nur Wasser, das aus eigener Kraft zutage tritt, reifes Wasser.“
Er tritt den Beweis dafür an – auf seine Art, mit der Wünschelrute, die ihm umgehend mit geheimnisvollem Schwingen Auskunft über Qualität und Schwingungszahl dieses reifen Wassers erteilt.
Kulturtipp: #
Vor dem Schloss wurde auf Betreiben von Brandrat Friedrich Goldnagl im ehemaligen Spritzenhaus der FF Dobersberg ein Feuerwehrmuseum eingerichtet. Nach einem Brand von 1876, der große Teile des Ortes vernichtete, gründete man im Jahr darauf die Freiwillige Feuwendet erwehr. Aus dieser Zeit stammt die Landfahrspritze (1880), die nach und nach von besseren Geräten und wirkungsvollerer Löschtechnik abgelöst wurde. In Dobersberg ist nichts davon verloren gegangen. Jedes Stück wird in Schuss gehalten und ist jederzeit einsatzbereit, sogar die Marktspritze aus 1800, mit der sich Schüler im Zielspritzen üben dürfen, oder der Canada Ford, ein Militärfahrzeug, das nach dem Zweiten Weltkrieg zum Feuerwehrauto umgerüstet wurde und bei feierlichen Anlässen in den Markt hinausfahren darf.
Weiterführendes:
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Hannes Gans, Eva Wrazdil: Geheimnisvolles Waldviertel. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2007
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)
Weitere Naturparkinformationen#

Romantik des Thayatals erleben#
Am nördlichen Thayabogen gelegen, ist das prägende Element des 200 ha großen Naturparks die naturnahe Flusslandschaft mit Auwaldresten, Hang-Schluchtwäldernund weitläufigen Feuchtwiesen. Romantische Wege und Steige führen am Flussufer ent lang, über weite Thayawiesen und auf be waldete Höhenrücken.
Einrichtungen und Angebote#
- Info – Shop – Museum (Sa., So. und Feiertags 10 – 12 u. 14 – 16 Uhr); Opalzentrum
- Wildtiergehege, Jungbrunnen, Grillhütte, Kinderspielplätze
- Farnschlucht, Felskanzel, Steinkreis
- Arena Geomantica mit Steinkreis und siebengängiger Spirale, Kraft- und
- Meditationsplatz
- Waldlehrpfad, Wünschelrutenweg
- Geomantische Führungen mit Rute & Pendel, Leihgeräte
- Standardwanderungen zum Lauf der Jahreszeiten, auch Schulklassen
- Standardwanderungen zu Urgestein, Wald, Wüstung
Typisches und Besonderes#
Stieleiche (Quercus robur)
Familie: Buchengewächse
Beschreibung: Stieleichen werden zwischen 20 und 40 m hoch und erreichen einen Stammdurchmesser von bis zu 3 m. Durchschnittlich werden sie 500 - 1000 Jahre alt, es gibt aber vereinzelt auch ältere Exemplare. Die Früchte – genannt Eicheln – sitzen zu 3 - 5 Stück auf bis zu 4 cm langen Stielen, der die Stieleiche ihren Namen verdankt.
Standort: Die Bäume sind lichtbedürftig und daher besonders an Waldrändern zu finden. Im Naturpark gibt es im Gebiet von Schellings eine Stieleiche, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Der Naturpark bietet Führungen zu dem Baum an, der einen Stammdurchmesser von 2,60 m und einen Umfang von 8,20 m hat.
Besonderheiten: Die Eicheln dienten als Tiernahrung; besonders Schweine wurden in die Eichenwälder getrieben und gemästet. Das Holz wird gerne für Parkettböden, Furniere oder als Brennholz verwendet.
Verein Thayatal-Naturpark Dobersberg
Schlossgasse 1, 3843 Dobersberg
Tel. 0664 / 115 44 98
naturpark.dobersberg nospam@TUGraz.at @aon.at
Österreichische Naturparke im Überblick









