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Neue Poiteau#

Späte Herbstbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Neue Poiteau
Neue Poiteau
© Arche Noah
Neue Poiteau
Neue Poiteau
© Arche Noah

HERKUNFT: #

Die Neue Poiteau wurde von Simon Bouvier in Jodoigne in Belgien aus Samen gezogen und trug im Jahre 1843 die ersten Früchte. Im Jahr darauf erhielt sie in dem „Journal d`horticulture pratique de la Belgique“ ihre erste Beschreibung. André Leroy scheint sie doppelt beschrieben zu haben, einmal in der unregelmäßigen Gestalt und dem echten Namen und dann wieder als „Poire Poiteau des Belges“. Im letzten Fall besitzt sie eine regelmäßige Gestalt. Nach Leroy soll die letztere aber die Birne sein, welche van Mons schon 1823 von einem seiner aus Samen gezogenen Bäume erhielt und seinem Freunde Poiteau (Direktor der königlichen Gärten in Paris) zu Ehren benannt hat. Die Birne erhielt, da bereits schon zwei Birnen dieses Namens existierten, den Beinamen „nouveau“ (neu) (Lit.: Die deutschen Obstgehölze, Vorlesungen von Prof. Dr. Karl Koch 1876). Einige Bäume dieser Sorte wurden in Niederösterreich gefunden.

FRUCHTBESCHREIBUNG: #

Die Frucht ist groß bis sehr groß, 80- 105 mm hoch, 60-70 mm breit , sehr veränderlich unregelmäßig, oft auf einer Seite dickbauchig, auf der entgegengesetzten eingeschnürt, die stielseitige Partie ist recht unterschiedlich ausgeformt, kelch- bis mittelbauchig, teils beulig.

SCHALE: #

Glatt bis rauh, vom Baum düster-grasgrün bis grasgrün, später kaum merklich aufhellend, Deckfarbe konnte vom Autor nie beobachtet werden, soll aber sonnseits selten vorkommen (trüb gerötet), die Frucht ist mit zahlreichen grau-braunrostfarbenen Punkten bedeckt, Rostfiguren, Roststriche, größere Roststellen können vorkommen und bisweilen auch größere Teile der Frucht bedecken. Flächige, weiter ausgreifende Berostung um die Kelchregion, schwächere bei Stielregion.

KELCH: #

Ist offen, meist kurzblättrig, hartschalig, aufrecht stehend, oft durch starke Beulen und Falten von zwei Seiten zusammengedrückt, so daß er wie ein Schlitz eingebettet erscheint. Kelchrand unterschiedlich ausgebildet, oft stark rippig bis höckrig, stets stark berostet.

STIEL: #

Ist mittellang, 28-30 mm, dick, holzig bis fleischig, aufsitzend, selten in flacher Grube, oft durch Fleischwulst zur Seite gedrückt, braun, teils grünlich.

FRUCHTFLEISCH: #

Gelblichweiß, unter der Schale grünlich, fein, mittelmäßig saftig, schmelzend, von weinsäuerlichem, schwach gewürztem, muskiertem Geschmack.

KERNHAUS: #

Ist klein, mittel bis kelchständig, spindelförmig, von Steinkranz umgeben, nicht störend beim Genuß. Achse geschlossen bis minimal geöffnet, die wenigen gut entwickelten Samen schwarzbraun, langoval zugespitzt mit schwachem Häkchen, großteils aber taub.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Er ist starkwüchsig, Krone hochpyramidal, Leitäste steil aufrecht mit gut verzweigtem Seiten- und Fruchtholz. Hat derbes gesundes Laub.

GEEIGNETE BAUMFORM: #

Hoch-, Halb- und Viertelstamm auf Sämlingsunterlage, gedeiht auch auf Quitte gut. Auch geeignet für Obsthecken und Spalierformen.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE: #

Ist in seinen Ansprüchen sehr bescheiden, für gute Erträge ist aber schon nährstoffreicher, genügend feuchter, warmer Boden empfehlenswert. Breit anbaufähig in Tallagen und besonders für Höhenlagen bis 500 Meter. Frucht ist ziemlich windfest.

BLÜTE: #

Ist mittelfrüh, langandauernd, wenig witterungs- und frostempfindlich.

POLLENSPENDER: #

Ja, Pollen ist gut.

BEFRUCHTERSORTEN: #

Bosc`s Flaschenbirne, Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Le Lectier, Williams u.a.

PFLÜCKREIFE: #

Die Frucht soll möglichst spät gepflückt werden, ist recht windfest, etwa Mitte Oktober.

GENUSSREIFE: #

Ende Oktober bis in den November, ändert bei Genußreife nicht die Farbe, Überreife bzw. Teigigwerden wird leicht übersehen.

LAGEREIGENSCHAFTEN: #

Im kühlen Obstkeller bis Mitte November, Freilagerung bis zum Frost hemmt Reife.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Beginnt früh zu tragen und ist ein regelmäßiger und reicher Träger, ist sehr gute Tafel- und Wirtschaftsbirne (Saft, gute Dörr- und Kompottfrucht).

PFLEGEHINWEISE: #

Nach Kronenaufbau bei größeren Baumformen nur geringe Schnittpflege nötig. Fruchtholzerneuerung.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

Die Sorte ist sehr gesund, in Schorflagen eventuell etwas schorfanfällilg.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)