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Neophyten - Kurzbeschreibungen#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

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Götterbaum (Ailanthus altissima)#

Götterbaum
Götterbaum (Ailanthus altissima).
Foto: 4028mdk09. Aus: Wikicommons unter CC

Früchte Götterbaum
Früchte Götterbaum.
Foto: 4028mdk09. Aus: Wikicommons unter CC

Eingeführt, 1740 aus China, schnelles Wachstum ausgedehntes Wurzelsystem. Sehr anspruchslos an Boden und Luft (verschmutzungstolerant). Keimt an offenen Pionierstandorten und verbreitet sich über Wurzelausläufer und geflügelte Samen. Bekämpfungsversuche regen erst recht starken Neuaustrieb an. Herbizidbehandlung ist einigermaßen erfolgreich, bei Bekämpfung muss aber jahrelang kontrolliert werden. Ausbreitung ist durch schlechte Frosttoleranz der Jungbäume eingeschränkt. Wurzelausläufer verursachen auch Schaden an Infrastruktur. (Nentwig et al. 2011)


Literatur:

  • (Grüne Reihe 2005) Grüne Reihe des Lebensministeriums: Aliens – Neobiota in Österreich, Herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Band 15, Böhlau Verlag Wien, 2005
  • (Nentwig 2011) Nentwig Wolfgang (Hrsg.): Unheimliche Eroberer – Invasive Pflanzen und Tiere in Europa. , Haupt Verlag, 2011, S.95ff

Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii)#

Schmetterlingsstrauc
Schmetterlingsstrauch.
Foto: IKAl. Aus: Wikicommons unter CC

Wurde 1890 aus Südostasien nach Europa gebracht. Er wird häufig in Gärten als Schmetterlingspflanze angepflanzt und verwildert entlang von Bahndämmen und auf Ruderalflächen. Der Strauch besitzt tatsächlich eine hohe Attraktivität für Schmetterlinge, wobei es sich überwiegend um weit verbreitete und durchziehende Arten mit geringer Standorttreue handelt. Er kann das Spektrum einheimischer Nahrungspflanzen daher nicht ersetzen. Der Schmetterlingsstrauch produziert zahlreiche Samen, die über den Wind weithin vertragen werden und reagiert bei Verletzungen und Schnitten mit starken Stockausschlägen. Größere negative wirtschaftliche Auswirkungen sind derzeit durch den Schmetterlingsstrauch nicht zu erwarten, daher sind Bekämpfungsmaßnahmen nicht unbedingt erforderlich.

Literatur#

  • (Kowarik 2010) Kowarik Ingo: Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Mit Beiträgen von Wolfgang Rabitsch, 2. wesentlich erweiterte Auflage, Eugen Ulmer Verlag, 2010 , S. 189ff, S. 302


-->Schmetterlingsstrauch in Wikipedia

--> Schmetterlingsstrauch in Neoflora


Erdmandel (Cyperus esculentus)#

Erdmandel
Erdmandel.
Foto: Blahedo. Aus: Wikicommons unter CC

Erdmandel Früchte
Erdmandel Früchte.
Foto: Marco Schmidt. Aus: Wikicommons unter CC

Die Erdmandel oder auch als Knollen-Zyperngras stammt aus Südostasien und wurde bereits im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht. Es ist heute weit verbreitet undgehört zu den schlimmsten Unkräutern. Verschleppt wird die Erdmandel vor allem durch landwirtschaftliche Tätigkeiten und Erdtransporte und vermehren sich über unterirdische Knollen. Diese Knollen sind essbar und werden in manchen Teilen der Welt häufig verwendet. Die Pflanze benötigt zum Wachsen volles Licht und wird daher in Ackerfläche zu einem Problem, kann aber mit Pestiziden gut bekämpft werden.

Literatur#

  • (Kowarik 2010) Kowarik Ingo: Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Mit Beiträgen von Wolfgang Rabitsch, 2. wesentlich erweiterte Auflage, Eugen Ulmer Verlag, 2010, S.170

-->Erdmandel in Wikipedia


Topinambur (Helianthus tuberosus)#

Topinambur
Topinambur.
Foto: Dalgial. Aus: Wikicommons unter CC

Topinambur Knollen
Topinambur Knollen.
Aus: Wikicommons

Die Knollen-Sonnenblume oder Topinambur stammt aus Nordamerika wo sie wegen ihrer Inulinhaltigen Knollen angebaut wurde. Sie gelangte um 1607 als Gemüsepflanze nach Europa. Heute findet man sie in Gärten und in größeren Mengen vor allem im Überschwemmungsgebiet von Fließgewässern (Kowarik 2010). In Mittleuropa reifen die Samen der Topinambur aufgrund der Herbstfröste selten aus, wodurch sie sich vor allem durch die Sproßknollen verbreitet. Durch diese Knollen und deren große Regenerationsfähigkeit können sich dichte Bestände bilden. Die Topinambur lässt sich mechanisch ganz gut bekämpfen. Um die Bestände zurückzudrängen ist es optimal im Frühjahr die jungen Pflanzen mitsamt Knollen auszureißen. Größere Bestände können auch im Juni und Im August knapp über dem Boden gemäht werden. Wichtig ist auch hier eine Kontrolle über mehrere Jahre.

Literatur#

  • (Kowarik 2010) Kowarik Ingo: Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Mit Beiträgen von Wolfgang Rabitsch, 2. wesentlich erweiterte Auflage, Eugen Ulmer Verlag, 2010 , S269

--> Topinambur in Neoflora


Weitere Neuzuwanderer#


Redaktion: Maga. Lisa Maurer