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Robinie #

(Robinia pseudoacacia)

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Robinia pseudacacia_Blüte.jpg
Robinia pseudacacia.
Foto: Prazak. Aus: Wikicommons unter CC

Wann, Woher, Wie:#

Die Robinie stammt aus Nordamerika und die ersten Samen des Baumes wurden bereits zwischen 1623 und 1635 nach Europa (Paris) eingeführt um sie zunächst in Parks anzupflanzen (Kowarik 2010). Weiters wurden und werden sie für die Holzgewinnung angebaut, da ihr Holz sehr hart ist und sie kaum Ansprüche an den Boden stellen. Es dauerte recht lange bis die ersten wildwachsenden Bäume gefunden wurden: erst 1874 wurden sie in Böhmen nachgewiesen.

Biologie:#

Die Robinie zeigt typische Merkmale einer Pionierart: Sie wächst rasch, verbreitet sich sowohl über vom Wind verfrachtete Samen, also auch über Ausläufer und kann dichte Bestände bilden. Auf der anderen Seite ist sie relativ konkurrenzschwach und kann im Schatten anderer Bäume nicht gut wachsen (Nentwig et al. 2011). Sie besitzen die Fähigkeit zur Fixierung von Luftstickstoff im Boden, wodurch die Robinie in die Standortbedingungen eingreift.

Wo jetzt – Lebensraum:#

Robinien findet man heute in fast ganz Europa. In Ungarn befindet sich die größte europäische Population: ca. 23 Prozent der ungarischen Wälder bestehen aus Robinien.

Problem:#

Robinien sind für Menschen und Tiere extrem giftig, wofür vor allem das enthaltene Alkaloid Robinin verantwortlich ist. Durch die Anreicherung von Stickstoff verändern sie aber die Nährstoffzusammensetzung des Bodens, wodurch die heimische Artenvielfalt gestört werden kann, außerdem sondern sie wachstumshemmende Stoffe ab, die das Aufkommen anderer Arten unterbinden. Dadurch entstehen rasch artenarme Robinienwälder. Besonders problematisch ist die Ausbreitung von Robinie für die Erhaltung von Sonderstandorten wie Trockenrasen/Magerrasen.

Bekämpfung:#

Die Bekämpfung von Robinien ist recht schwierig. Gefällte Bäume treiben leicht wieder aus und können sich auch über Wurzelausläufer weiter verbreiten. Die Kombination aus Baumfällen und anschließender Pestizidbehandlung hat sich anscheinend als am Wirkungsvollsten erwiesen (Nentwig et al. 2011). Robinien sind allerdings im Gartenbau und in der Forstwirtschaft noch immer recht beliebt wodurch eine Bekämpfung noch schwieriger wird. Das komplette Ringeln von Stämmen führt zu einem starken Stock- und Wurzelausschlag, erfolgreicher scheint hier die Methode des partiellen Ringelns zu sein. Im allgemeinen ist die Bekämpfung von Robinien langwierig und mühsam, einzelne Pflanzen sollten daher möglichst bald entfernt werden und bei Pflanzungen sollten Sicherheitsabstände zu gefährdeten Biotoptypen eingehalten werden (Kowarik 2010).

Literatur#

  • (Grüne Reihe 2005) Grüne Reihe des Lebensministeriums: Aliens – Neobiota in Österreich, Herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Band 15, Böhlau Verlag Wien, 2005
  • (Kowarik 2010) Kowarik Ingo: Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Mit Beiträgen von Wolfgang Rabitsch, 2. wesentlich erweiterte Auflage, Eugen Ulmer Verlag, 2010 , S. 189ff, S. 302ff
  • (Nentwig 2011) Nentwig Wolfgang (Hrsg.): Unheimliche Eroberer – Invasive Pflanzen und Tiere in Europa. , Haupt Verlag, 2011 S. 65ff


Redaktion: Maga. Lisa Maurer