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Niederösterreichisches Landhaus, Wien 1#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Niederösterreichisches Landhaus
Das ehem. NÖ Landhaus
© Alfred Wolf

Der Gebäudekomplex Minoritenplatz 7-7a (Rückseite: Herrengasse 13) diente bis vor wenigen Jahren als Niederösterreichisches Landhaus. Kunsthistorisch ist er für Wien einzigartig, da die Abfolge aller Baustile des letzten halben Jahrtausends sichtbar ist. Der älteste Trakt mit spätgotischen Gewölben im Erdgeschoß entstand ab 1513 auf dem Minoritenplatz. Die Deckenfresken des Sitzungssaales des Landtages sind ein barockes Meisterwerk. Antonio Beduzzi (1675-1735) malte 1710 die allegorische Darstellungen der Austria vor der göttlichen Vorsehung über den Erdteilen und Flußgöttern, in illusionistischer Scheinarchitektur. Der aus Bologna stammende Maler, Architekt und Theateringenieur arbeitete u.a. für das Stift Melk, Leopold I. und Joseph I. Er baute das Kärntnertortheater und schuf den Portalvorbau der Michaelerkirche. Im ehemaligen Landhaus wurden politische Akte höchster Bedeutung gesetzt, wie Erbhuldigungen durch die Stände. Hier nahm 1848 die Revolution ihren Ausgang, 1918 konstituierte sich die „provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich“. Nach der Übersiedlung der Niederösterreichischen Landesregierung in die neue Hauptstadt St. Pölten erhielt das nun adaptierte nö. Landhaus als „Kunstraum“ und Palais Niederösterreich neue Funktionen sowie Büros des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten.

Quelle#

  • Helga Maria Wolf. Spurensuche Wien. Rundgänge durch die Geschichte. Erfurt 2007


Redaktion: hmw