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Oberösterreichischer Brünnerling#

Winterapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

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Oberoesterreichischer Bruennerling
Oberoesterreichischer Bruennerling
© Arche Noah
Oberoesterreichischer Bruennerling
Oberoesterreichischer Bruennerling
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Vermutlich ist diese Sorte in Oberösterreich entstanden und wurde von dort aus verbreitet. Kommt daher in Oberösterreich sowie im niederösterreichischen Mostviertel häufig vor, ist aber auch im Weinviertel anzutreffen. Die Brünnerlinge wurden schon 1659 von Wolf Helmhard, Freiherr von Hochberg, in seinem Werk „Georgica curiosa“ als „Prineräpfel“ auf seiner Herrschaft Klingenbrunn bei Haag in Niederösterreich beschrieben.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Frucht ist mittelgroß bis groß, 60 – 70 mm hoch, 70 – 80 mm breit, mittelbauchig, flachkugelförmig, kelchwärts etwas stärker als zum Stiel zugerundet, oft ist die Frucht etwas unregelmäßig und eckig erscheinend. Der Querschnitt ist ziemlich rund.

SCHALE:#

ist glatt bis feinrauh, im Winter sehr fettig werdend. Vom Baum grünlichgelb, sonnenseits bräunlich gerötet und punktiert 1/3 bis 1/2. Auf dem Lager wird die Grundfarbe zitronengelb bis goldgelb und die Röte leuchtend karminrot.

KELCH:#

ist geschlossen, seltener halboffen, die Blättchen sind breit, grün, wollig, aufrecht. Die Einsenkung ist flach, mit kleinen Falten. Oft gehen von der Kelchgrube sternförmig und gleichmäßig fünf Höcker aus, die sich schön abzeichnend über die flache Kelchgrube, die ganze Frucht, verlaufend bis zur Stielbucht ziehen und dadurch das eckige Erscheinungsbild der Frucht bewirken.

STIEL:#

ist kurz (5 mm – 12 mm), dickholzig, wollig; Stielhöhle ist flach und eng, strahlig berostet. Die kleine, flache Stielhöhle ist Kennzeichen aller Brünnerlinge.

FRUCHTFLEISCH:#

ist fast reinweiß, sehr fest, mäßig saftig, schwach säuerlich, genügend süß, bei später Ernte auch etwas gewürzt.

KERNHAUS:#

ist hohlachsig, die Kammern sind geöffnet, die Samen länglich zugespitzt, groß, hellbraun, vollkommen ausgebildet.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Wuchs ist stark, bildet aber in der Baumschule keine geraden Stämme. Krone ist hochkugelig und breit, nie hängend.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Hoch- und Halbstamm.

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Ansprüche an den Boden sind gering. In flachgründigen Böden ist er allerdings kurzlebig. Er liebt kräftigen Boden, der auch schwer sein kann. Für freie, kühlere und auch Höhenlagen bis 1000 Meter geeignet. Eignet sich auch für Wiesen, Feld- und Straßenbepflanzungen.

BLÜTE:#

früh blühend, ist empfindlich.

POLLENSPENDER:#

Nein, schlechter Pollen.

BEFRUCHTERSORTEN:#

Es eigenen sich dazu alle frühblühenden, guten Pollenbildnersorten.

PFLÜCKREIFE:#

Ende Oktober.

GENUSSREIFE:#

ab Jänner, haltbar bis Mai und länger.

LAGEREIGENSCHAFTEN:#

sehr gut, unempfindlich.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Sorte wird mittelfrüh fruchtbar, trägt dann sehr reich. Hauptsächlich als sehr gutes Wirtschaftsobst, gegen Frühjahr auch als Tafelobst zu verwenden.

PFLEGEHINWEISE:#

Nach Kronenaufbau geringe Pflege notwendig.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Sorte ist fast frei von Schädlingen, in ungünstigen Lagen und feuchten Sommern Neigung zu Schorfbefall, in nassen Böden Krebsgefahr.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)