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Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

© Österreichische Post
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Der Mühlviertler Arzt Eduard Haas III brachte 1927 ein Zuckerl mit Pfefferminzaroma als "Mint der feinen Leute" (und Zigarettenersatz für Raucher mit dem Slogan "Rauchen verboten - Pezen erlaubt") auf den Markt.

Der Name "PEZ" entstand aus dem ersten, mittleren und letzten Buchstaben des Wortes „Pfefferminz".

Als man 1952 begann, den amerikanischen Markt zu erobern, erkannte Eduard Haas das Potenzial, das das Produkt bei Kindern haben könnte: er ließ fruchtige Geschmacksrichtungen entwickeln und setzte den PEZ-Spendern die Köpfe von Comic-Figuren auf (die Disney-Figuren Mickey und Donald machten dabei 1962 den Anfang). Die PEZ-Spender wurden zunehmend für Kinder interessant und entwickelten sich in den USA und Japan zum Verkaufsschlager. In den 19690ern entstand ein richtiggehender Sammlerkult (heute werden die Spender bei Auktionen gehandelt und erzielen beachtliche Preise). Seit 1965 wurden unzählige Lizenzverträge mit den Produzenten der beliebtesten Comic-Figuren abgeschlossen.

Die Spenderbasis blieb dabei immer dieselbe (auch die unverkennbare Form der Pez-Zuckerl wurde seit 1927 nicht verändert), nur die Köpfe änderten sich aktuellen Trends entsprechend.

PEZ-Spender
PEZ-Spender.
Foto: Birte Meyer. Aus: Wikicommons unter CC

2007 kam mit "PEZ Mini Mint" eine zuckerfreie Neuheit auf den Markt, die auch Erwachsene ansprechen soll.

Auch die Werbekampagne hatte Erfolg: die Plakate mit den legendären PEZ-Damen - immer dem Schönheitsideal der Zeit entsprechend - war eine der erfolgreichsten Werbekampagnen des letzen Jahrhunderts. Auch die Automaten mit ihrem Abbild waren heiß begehrt; heute sind leider alle in Museen übersiedelt - oder zu privaten Sammlern.

1999 wurde mit den ersten PEZ Interactive Candy eine neue Generation der PEZ-Spenderfiguren ins Leben gerufen, 2002 eroberten die kuscheligen PEZ Fantastic die Herzen der Kinder. Es ist nicht mehr genau zu eruieren, wieviele Sortimente und Charaktere von 1962 bis jetzt erfunden wurden - durchschnittlich waren es wohl 2 - 4 Sortimente mit 4 bis 6 Charakteren.

1973 gründete PEZ seine Organisation in Orange, Conneticut/USA, die die Produktion und Vertrieb für USA aufnahm.

PEZ ist in 90 Ländern weltweit mit Vertriebspartnern vertreten und ist heute wieder mehrheitlich in österreichischer Hand. Die Gründerfamilie Haas hat von der Luxemburger Investmentgesellschaft PGH 32,5 Prozent an der Marke erworben und besitzt mit 67,5 Prozent wieder die Mehrheit.

Es ranken sich auch einige Legenden rund um das Zuckerl und die PEZ-Figuren:

Angeblich war eine Amerikanerin so begeistert von den Figuren, dass sie ihren Mann, der Programmierer war, gebeten hatte, ihr eine Tauschbörse im Internet zu schaffen. Und daraus ist dann eBay entstanden! (Und angeblich steht noch heute in jedem Büro von eBay ein alter PEZ-Automat)

Quellen#