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Palais Daun-Kinsky, Wien 1#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Palais Daun-Kinsky
Palais Daun-Kinsky, Kupferstich von Salomon Kleiner, um 1721

Das Palais Daun-Kinsky, Freyung 4, war eine der vornehmsten Adressen Wiens und Inbegriff hocharistokratischer Prachtentfaltung. Auftraggeber war Reichsgraf Wirich Philipp Lorenz von und zu Daun (1669-1741), Geheimer Rat und Kämmerer, Generalfeldmarschall und Stadtkommandant von Wien, später Vizekönig von Neapel-Sizilien, Statthalter der Österreichischen Niederlande und Gouverneur von Mailand. Der Repräsentationsbau, der zwei Innenhöfe umfasst, ist eines der Hauptwerke von Johann Lucas von Hildebrandt (1668-1745). Er schuf es 1713-1719. Die nahezu unverändert erhaltene Fassade zählt zu den qualitätvollsten des barocken Wien. Zeitgenossen lobten, „daß keine facade in Wien besser aussiehet als eben dieße“. Die reichen Dekorationen verweisen auf die militärische Karriere des Bauherrn. Desgleichen die Attikafiguren, die hier - wie nur selten - vorhanden sind. Durch das Säulenportal der Hochbarockfassade gelangt man in das überkuppelte Vestibül und das aufwändig gestaltete Treppenhaus, das den ganzen linken Seitenflügel einnimmt. Kunsthistoriker bezeichnen es als Variante des Liechtenstein’schen Treppenhauses, das als besonders elegant gilt. Die berühmtesten Bildhauer und Maler wirkten an der überaus kostbaren Gestaltung der Räume mit, u.a. Carlo Carlone, Antonio Beduzzi und Lorenzo Mattielli. Auch ein Werk Raphael Donners befindet sich im Speisesaal des Palais. Es wurde allerdings nicht für dieses angefertigt, sondern war das Chorgestühl des Pressburger Doms. 1777 kam das Palais an die Familie Kinsky. 1998 revitalisiert, finden im Palais Kinsky Kunstauktionen statt, die Repräsentationsräume können für Veranstaltungen und Hochzeiten gemietet werden.

Quelle#

  • Helga Maria Wolf. Spurensuche Wien. Rundgänge durch die Geschichte. Erfurt 2007


Redaktion: hmw