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Pastorenbirne#

Winterbirne#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Pastorenbirne
Pastorenbirne
© Arche Noah
Pastorenbirne
Pastorenbirne
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Wurde vor langer Zeit von einem französischem Pfarrer in einem Wald aufgefunden und in Frankreich unter vielen Namen verbreitet. In Österreich trägt sie nur diesen Namen.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Sie ist lang birn- bis flaschenförmig, teils auch lang und stark kelchbauchig, durchschnittlich 107 mm hoch, 69 mm dick, oft ungleichhälftig, einzelne Früchte schwach rippig oder beulig, mitunter eine sanfte Längsrinne, ansonsten ziemlich regelmäßig. Im Gegensatz zur Gräfin von Paris stets stark kelchbauchig.

SCHALE:#

ist vorwiegend glatt, mittelfest, ziemlich widerstandsfähig, mehr oder weniger glänzend, wachsartig bis schwach fettig, manchmal auch etwas rauh und trocken, Grundfarbe hellgrünlich gelb bis lichtgelb, nur vereinzelt stellenweise (sonnenseits) auch leuchtend gelb, viele Früchte nur grundfärbig, Deckfarbe bei einzelnen Früchten sonnenseits 1/4 bis 1/2 der Oberfläche orangegelb bis hell bräunlichrot angehaucht. Berostung nur schwach ausgebildet, meist verschieden große, zarte Punkte, teils vereinzelt Figuren, kleine Flecken oder geringfügige Rostanflüge. Mitunter verläuft ein Roststrich oder Streifen vom Stiel bis zum Kelch.

KELCH:#

groß, offen, mit sternförmig nach außen geschlagenen Spitzen, dunkelbraunen Zipfeln, Kelcheinsenkung meist ziemlich schmal, teils sanft gerippt, oder schief abfallend.

STIEL:#

ziemlich lang (etwa 32 mm), mittelstark, holzig, zur Frucht hin teils fleischig verdickt, meist eingesteckt oder auslaufend und oft durch einen Fleischwulst stark zur Seite gedrückt, seltener in sehr kleiner Einsenkung.

FRUCHTFLEISCH:#

ist gelblich bis schmutzig weiß, unter günstigen Verhältnissen mittelfest, halbschmelzend und saftig, später feinkörnig, sonst mehr oder weniger grob bis rübenartig, und bei fortgeschrittener Reife körnig oder zäh. Je nach Standort und Witterung gehaltreich süß, ziemlich säuerlich, nicht oder nur schwach gewürzt, manchmal herb bleibend.

KERNHAUS:#

klein, kelchwärts gelegen, Achse mehr oder weniger hohl oder geschlossen, je Frucht nur ein langer, spitzer Kern, andere Samen unterentwickelt.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Ist in der Jugend besonders starkwüchsig, seine Zweige sind hängend, seine Krone ist trotzdem hochgebaut. Laub auffallend dunkelgrün glänzend. Geeignete Baumform: Hochstamm ebenso wie für Formbaum, für ganz kleine Baumformen zu starkwüchsig.

BODEN UND KLIMA:#

An Boden und Lage stellt sie keine großen Ansprüche, doch sollte die Lage nicht zu frei sein, da die großen Früchte Windschutz verlangen. In kalten Lagen sind die unter solch ungünstigen Bedingungen gewachsenen Früchte meist so derbfleischig und geschmacksleer, daß sie sich nur zum Kochen, Vermosten und Dörren eignen.

BLÜTE: #

ist mittelfrüh, verhältnismäßig schlechtwetterunempfindlich.

POLLENSPENDER: #

Nein, Pollen ist schlecht.

BEFRUCHTERSORTEN:#

Frühe von Trevoux, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Williams u. a.

PFLÜCKREIFE:#

Ja nach Lage und Witterungsverlauf, Baumform und Behang Ende September bis Ende Oktober, sobald Stiele vom Fruchtholz leicht ablösbar. Genussreife: Dezember bis Februar

LAGEREIGENSCHAFTEN:#

sind gut, im Naturkeller bei Früchten aus warmen Lagen bis Februar, aus zu kalten Lagen werden Früchte überhaupt nicht genußreif.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Massenertragssorte mit hohen regelmäßigen Erträgen schon früh bis mittelfrüh. Solange bessere Sorten vorhanden. als Haushaltsbirne und zum Dörren, später auch als mittlere Tafelbirne von günstigen Standorten.

PFLEGEHINWEISE:#

Relativ geringe Pflege und Schnittmaßnahmen notwendig, nach starkem Erziehungsschnitt, Auslichtungsschnitt.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Schorfanfällig und anfällig für Spitzendürre.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)