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Pecherei in Niederösterreich#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Das Pechergewerbe - die Gewinnung von Harz von (Schwarz-)Föhren - prägte über Jahrhunderte die Landschaft, Wirtschaft und Kultur der Region des südöstlichen Niederösterreich. Einst bildete es die Lebensgrundlage tausender in den Bezirken Mödling, Baden, Wiener Neustadt und Neunkirchen ansässiger Familien. Gegenwärtig gibt es nur noch acht aktive Pecher in Österreich. Das gewonnene Harz, auch Pech genannt, wird in Raffinerien und Siedereien zu Terpentinöl und Kolophonium verarbeitet. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bildeten diese die Grundlage zur industriellen Erzeugung u.a. von Papier, Lacken, Farben und Seife. Danach wurde die Konkurrenz durch billige Importe und den Ersatz durch Mineralölprodukte zu groß.

Die Pecherei ist seit dem Mittelalter belegt und nahm ab dem 18. Jahrhundert durch die verstärkte Pflanzung von Föhren Aufschwung. Die Produkte der Pecherei waren ein wichtiger Bestandteil der Volksmedizin.Traditionen wie Dankmessen für den Patron der Pecher, den heiligen Vinzenz (22. Jänner), Lieder über die Pecherei oder Brauchtumsveranstaltungen wie Pecherfeste und Pecherkirtage, werden gepflegt.

Die Pecherei wurde 2011 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich (Bereich: Traditionelles Handwerk) aufgenommen.

Quelle (Text und Foto)#


Redaktion: hmw