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Weinzödlbrücke
Unter der Weinzödlbrücke fließt das Wasser der Mur heute friedlich und sanft dahin.
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

Mühlgang
Der Mühlgang, dessen Ableitung aus der Mur früher bei den Schiffern gefürchtet war, zieht sich durch ganz Graz
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl.

Weinzödl
Weinzödl, wo Wasser für die Grazer Mühlgänge abgeleitet wurde und die dafür nötigen Wehren eine Gefahr für die Schifffahrt darstellten, gehört heute längst zur steirischen Landeshauptstadt.
© Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl

Heute nur mehr schwer vorstellbar, aber einst wurde die Mur mit Schiffen befahren. Die Beschiffung des ab Bruck an der Mur wegen der vielen Staustufen träge dahinfließenden Flusses war früher nicht ungefährlich.

Im Jahr 1825 unternahm ein gewisser Joseph Kyselak eine Reise durch weite Teile Österreichs. Sein Weg, den er in einem Buch dokumentierte (Kyselak: „Skizzen einer Fußreise durch Österreich“, Neuauflage: Jung und Jung, 2009), führte ihn auch in die Steiermark.

Die Strecke zwischen Bruck an der Mur und Graz legte er dabei nicht auf der Straße entlang der Mur zurück, sondern direkt auf dem Fluss. Die Beschiffung der Mur war damals selbstverständlich – für die Passage von Bruck nach Graz benötigte man Kyselaks Angaben zufolge übrigens fünf Stunden. Gegenwärtig gibt es keine Murschifffahrt mehr; sie ist längst Geschichte. Man kann sich nur mehr schwer vorstellen, dass eine Fahrt mit dem Floß auf der Mur durchaus Gefahren in sich barg. Angesichts des heute langsam zwischen den einzelnen Staustufen dahinfließenden Gewässers mutet Kyselaks Beschreibung umso erstaunlicher an: Auf der Höhe von Peggau bricht sich die Mur an einem Felsen, schreibt er, „mit wütender Gewalt und spielt mit dem in Schaum getauchten Fahrzeuge gleich einem Ei; mit Stangen und Haken müssen die gewandten Schiff(s)leute dem jähen Anprellen desselben zuvorkommen“ (ebenda, Seite 77).

Stromschnellen also! Ein paar Kilometer weiter südlich kommt es noch schlimmer: Die „gefürchtete Weinzettelbrücke“ (ebenda, Seite 79) – Weinzettel ist heute als Weinzödl ein Teil von Graz – gab den Flößern das Zeichen, dass zwei Wehren zu bewältigen waren. Mit diesen wurde Wasser „zur Ableitung zweier Mühlbäche nach Graz“ (ebenda) angestaut – einen davon kennt man heute noch als Mühlgang.


Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:

Reinhard M. Czar & Gabriela Timischl. Geheimnisvolle Steiermark. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2011.


--> Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)

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