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Pfarrermord von Tragöß#

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Totenschädel des ermordeten Pfarrers von Tragöß
Totenschädel des 1493 beim Gotteshaus ermordeten Pfarrers von Tragöß
© Willi Senft

Anfang Dezember 1493 ereignete sich in Tragöß/Oberort Tragöß, Steiermark eine unglaubliche Bluttat. - Der damalige Pfarrer Melchior Lang soll der Überlieferung nach ein besonders sittenstrenger Eiferer gewesen sein, der deshalb von den unbotmäßigen Bergbewohnern gehasst und gefürchtet wurde.

Als er wieder einmal gegen die „halbwilden" Bergler und ihre ständige Widersetzlichkeit scharf predigte, murrte das Volk und einige schrien drohend hinauf, daß er sofort still sein solle. Als er nicht aufhörte, begann das Kirchenvolk zu toben. Der Pfarrer eilte von der Kanzel herab, um in den Pfarrhof zu flüchten. Im Augenblick, wo er dort die Tür öffnete, traf ihn ein Beilhieb am Kopf, sodass er sofort tot zu Boden sank.

Angeblich wurden alle acht Männer, die an der Bluttat beteiligt waren, gefangengesetzt und zum Tode verurteilt. Die drei Säulen des Hochgerichts stehen noch heute im sogenannten Galgenwald zwischen Großdorf und Tragöß-Oberort.

Der Totenschädel des Melchior Lang mit einem Loch im Kopf ist noch heute in einem Glaskasten im Pfarrhof zu sehen.

Quellen#

  • Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft