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Pfauenziege #


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Pfauenziege
Pfauenziege
© Leopold Stocker Verlag

Der Name hat nichts mit dem Pfauenvogel zu tun, sondern leitet sich von den typischen, dunklen Gesichtsstreifen ab. Diese wurden früher als „Pfaven" bezeichnet, was auf Rätoromanisch Flecken heißt. Durch einen Abschreibfehler wurde angeblich aus der „Pfavenziege" der heutige Name.

Wie bei vielen Ziegenrassen ist die genaue Herkunft unbekannt. Um 1887 wurde sie als Prättigauer Ziege beschrieben, sie war auch als schwarz-weiße Gebirgsziege bekannt. Die Namen Razza naz oder Colomba (Tessin) waren ebenfalls üblich; in den italienischen Alpen kam eine braunschwarze Variante als Camosciata delle Alpi oder Capra di montagna di Passiria vor. Das Verbreitungsgebiet lag also nicht nur in den Schweizer Regionen Mittelbünden, Tessin und Prättigau, sondern erstreckte sich über weite Teile der Alpen. In Österreich kam sie häufig in Tirol vor und wurde dort unter dem Namen Stubaier Ziege als bodenständig betrachtet. Auch in Salzburg und Steiermark kamen autochthone Bestände vor, von denen heute jedoch nur mehr wenig übrig ist.

Ab 1923 wurde die Rasse zu den Gemsfarbigen Gebirgsziegen gezählt, mit der Rassenbereinigung von 1938 fiel sie jedoch als Farbvariante an die Bündner Strahlenziegen, was den zahlenmäßigen Rückgang beschleunigte. Wie Blutanalysen jedoch ergaben, handelt es sich um eine genetisch eigenständige Rasse, wenn auch eine gewisse Verwandtschaft zur Bündner Strahlenziege und zur Nera Verzasca besteht.

In Österreich kommen die „Mantele" (Mäntelchen) genannten Tiere vor allem in den Hohen Tauern, im Gebiet Mondsee (O.Ö. und Sbg.), in Wildschönau (Tir.) und im Pinzgau (Sbg.) vor. Sie stellen einen seltenen, aber wie Abbildungen beweisen, durchaus alten Farbschlag dar. Solche Tiere wurden übrigens auch in Savoyen gezüchtet, von wo sie nach Amerika exportiert wurden und dort als French Alpine bezeichnet werden. Seit den späten achtziger Jahren werden in der Schweiz durch diverse Körperschaften Anstrengungen unternommen, die Rasse planmäßig und herdbuchmäßig zu vermehren. Der Schweizer Bestand liegt bei rund 300 Tieren; in Österreich gibt es nur rund 50 Tiere.

Eigenschaften#

Mittelgroße Ziege mit kräftigem Fundament und muskulösem Körper. Attraktive, typische Fellzeichnung mit dunklen Gesichtsstreifen und heller vorderer Körperhälfte. Dunkle Beine und hintere Körperhälfte, allerdings helle Flecken an den Flanken und Unterschenkeln. Edler Kopf mit kräftigem Gehörn; harte Klauen; feste Euter. Robust und bergfähig, gute Fleisch- und Milchleistung bei knapper Fütterung.


Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:

Martin Haller. Seltene Haus- und Nutztierrassen. Leopold Stocker Verlag, Graz 2000; 2. Auflage 2005.


--> Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)

--> Web Book

« Diese Seite wurde am Donnerstag, 22. März 2012, 11:08 von Ziegler Katharina erstellt, zuletzt geändert am Mittwoch, 27. März 2013, 14:34 von Ziegler Katharina (Version 6).
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