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Postsparkassengebäude#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Postsparkasse
Postsparkasse, Kassensaal
© Christian Brandstätter Verlag, Wien

Otto Wagners Postsparkasse auf dem Georg-Coch-Platz 2 ist ein Schlüsselwerk der europäischen Architekturentwicklung um 1900. Die Verkehrsfläche ist nach dem Gründer der Postsparkasse benannt. Sein Motto lautete: „Je kleiner der Sparpfennig, umso mehr verlangt er Sicherheit.“ Seit 1883 institutionalisiert, befanden sich die Amtsräume zunächst im Dominikanerkloster und in der Alten Universität.

20 Jahre später schrieb man einen Wettbewerb für ein neues Gebäude aus, an dem sich 32 Architekten beteiligten. Die Jury entschied mit zehn gegen zwei Stimmen für das Projekt von Otto Wagner, der es in zwei Abschnitten (1904-1906 und 1910-1912) realisierte. Es zählt zu den „Ikonen der Architektur“ und gilt als „Meisterwerk Otto Wagners“: „Die Fassade überzeugt durch ihre poetisch-rationale Gestaltung“. Der fünfeckige Grundriss mit fünf Höfen ist symmetrisch gestaltet. Das Kernstück bildet die dreischiffige Schalterhalle mit Glasfußboden und abgehängter Stahl-Glas-Konstruktion der Decke. Dahinter befindet sich der Kleine Kassensaal. Man betritt die Schalterräume durch großzügige Foyers vom Georg-Coch-Platz bzw. der Dominikanerbastei. Zur Verkleidung der Innenräume und der Fassade verwendete Wagner weiße Marmorplatten mit dekorativen Metallbefestigungen. Außer Stein und Glas wählte er Aluminium als Material. Wagner gestaltete auch die Inneneinrichtung bis ins Detail. So gab es Thonetsessel in gleicher Form, aber der Hierarchie entsprechend, in verschiedener Ausführung.

2005 wurde im ehemaligen kleinen Kassensaal das „Wagner: Werk. Museum Postsparkasse“ eröffnet. Es zeigt auf 354 m² ca. 200 historische Fotos, Dokumente, Zeitungsberichte, Pläne, und das Gebäudemodell.

Postsparkassengebäude
Postsparkassenamt mit Coch-Denkmal - Foto: P. Diem
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Quellen#

  • Architektur Wien, 500 Bauten. Wien 1997
  • Helga Maria Wolf: Spurensuche Wien. Erfurt 2007


Redaktion: hmw