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Prinzessin Marianne#

Herbstbirne #

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Prinzessin Marianne
Prinzessin Marianne
© Arche Noah
Prinzessin Marianne
Prinzessin Marianne
© Arche Noah

HERKUNFT: #

Die Sorte entstand um 1800 in Belgien oder Holland und wurde nach einer holländischen Königstochter benannt. Synonyme: Calebasse Bosc, Frühe Bosc, Kaiserkrone, Salisbury. Früchte stammen von Hochstamm im östlichen Weinviertel.

FRUCHTBESCHREIBUNG: #

Die Frucht ist mittelgroß, 65 – 85 mm lang und 50 – 62 mm breit, mit größerem Anteil an Früchten im niederen Meßbereich (bei wenig gepflegtem Hochstamm), birnen- bis flaschenförmig, kleinere Früchte auch kreiselförmig, vielfach ziehen über die Frucht Kanten, die sie im Bauchquerschnitt fünfeckig bisweilen auch sechseckig erscheinen lassen, kelchbauchig, stielwärts leicht eingeschnürt, verjüngt sie sich stark, endigt mit kegelförmiger bis abgerundeter Spitze. Wird leicht mit der ihr ziemlich ähnlichen Bosc’s Flaschenbirne verwechselt.

SCHALE: #

ist baumreif grünlich bis grünlichgelb und schon dort flächig berostet, in der Genußreife zitronengelb, großteils mit zimtfarbenem feinem Rost überzogen, zahlreiche braune rostartige Punkte sind vorhanden. Die Schale fühlt sich mäßig glatt bis feinrauh an.

KELCH: #

ist offen, liegt in kleiner flacher Kelchgrube. Kelchblättchen unterschiedlich kurz bis lang, nach außen umgeschlagen. Kelchfläche mehr oder weniger fein berostet.

STIEL: #

ist mittellang bis lang, 34 – 47 mm (länger als bei Bosc’s Flb.) dünn, holzig, hellbraun, mit feinen erhöhten dunklen Punkten bedeckt, fruchtwärts etwas verdickt, Stielhöhle ganz flach, Stiele wie eingesteckt, seltener aufsitzend, manchmal durch Fleischwulst zur Seite gedrückt

FRUCHTFLEISCH: #

ist gelblichweiß, saftig, feinschmelzend, süßsäuerlich bis süßweinig, angenehm gewürzt, merkbar anders als bei der Bosc’s Flaschenbirne.

KERNHAUS: #

klein, kelchständig, Achse schwach geöffnet, Kernkammern klein, von nicht störendem feinem spindelförmigem Steinkranz umgeben. Samen nur teilweise gut ausgebildet, häufig unvollkommen,dunkelbraun länglich oval mit Dorn.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Sowohl in der Jugend als auch später wächst die Sorte recht kräftig, so daß die Krone ziemlich groß wird. Kronenform ist hoch- bis breitpyramidal, überhängend. Es bilden sich zahlreiche Fruchtbogen, daran mittellanges Fruchtholz, im Holz recht frosthart.

GEEIGNETE BAUMFORM: #

Hoch-, Halb-, Viertelstamm und Busch auf Sämlingsunterlage, bei kleineren Baumformen auf Quitte mit Gellerts Butterbirne als Zwischenveredlung, da sie direkt auf Quitte nicht gut gedeiht.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE: #

ist für alle birnengeeigneten Böden geeignet, stellt keine hohen Ansprüche. Geeignet sogar für Gebirgslagen mit rauherem Klima bis zur obersten Grenze des Birnenanbaues (ca. 600 m)

BLÜTE: #

mittelspät, langwährend, wenig witterungs- und frostempfindlich.

POLLENSPENDER: #

ja (diploid)

BEFRUCHTERSORTEN: #

Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne, Gute Luise, Köstliche aus Charneu u.a.

PFLÜCKREIFE: #

Anfang bis Mitte September, kurz vor der Baumreife, sonst werden Früchte nicht schmelzend, sondern mehlig.

GENUSSREIFE: #

September bis Mitte Oktober

LAGEREIGENSCHAFTEN: #

aus wärmeren Gebieten etwa 14 Tage gut lagerfähig, aus Gebirgslagen 3 – 4 Wochen.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Der Ertrag beginnt früh bis mittelfrüh, sehr fruchtbare reichtragende Sorte, hohe Erträge jedes 2. Jahr. Ist besonders für Gebirgslagen zu empfehlen, in wärmeren Gebieten wird eher die Bosc’s Flaschenbirne auf Grund ihrer Qualität vorgezogen. Sehr gute Tafelbirne für Frischverzehr und Saftgewinnung.

PFLEGEHINWEISE: #

nach dem Aufbau der Krone dann später Auslichtung der sich überreichlich bildenden Fruchtbogen.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

ist gering, widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)