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Johann Puch Museum#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Die Puch Voiturette von 1906 in der letzten authentischen Halle des 'Einser-Werkes' von Johann Puch, heute das 'Johann Puch-Museum Graz'.
Die Puch Voiturette von 1906 in der letzten authentischen Halle des "Einser-Werkes" von Johann Puch, heute das "Johann Puch-Museum Graz".
Foto: Der.krusche. Aus: Wikicommons unter CC

Johann Puch, der steirische Autopionier, wurde in der Untersteiermark in Sakušak bei Ptuj (Pettau) im heutigen Slowenien geboren.

Ab 1889 erzeugte er in Graz seine ersten Fahrräder – zunächst noch Nachbauten einer britischen Fahrradmarke, ab 1890 aber begann er bereits mit der eigenen Produktion der Marke "Styria".

1900 baute er sein erstes Automobil, wenige Jahre später war sein Betrieb im "Einser-Werk" Puchstraße 85, Graz in der heutigen Puchstraße eine fixe Marktgröße.
Jahrzehntelang prägten seine Arbeit und die Produktionsstätte für Zweiräder und Kraftfahrzeuge die Grazer Industrielandschaft und begründeten den Ruf der Stadt als Automobilzentrum mit.

Die "Halle P" im "Einser-Werk" ist das letzte erhaltene Gebäude, das noch zu Lebzeiten von Johann Puch erbaut wurde.

Magna Steyr - worin mehr als hundert Jahre wechselhafte Konzerngeschichte aufgegangen sind - betrieb dort zuletzt eine Fachwerkstatt für Allradfahrzeuge, den Puch G und diverse Pinzgauer-Modelle (daher das "P" wie "Pinzgauer).

Nun übersiedelt das "Johann Puch-Museum Graz" in diese geschichtsträchtige Halle - zum 150. Geburtstag von Johann Puch wird Ende Juni 2012 in Graz das Museum feierlich eröffnet.

Die Stadt Graz und Magna Steyr präsentieren hier eine umfangreiche Sammlung von Fahrrädern, Mopeds, Motorrädern, Autos und Nutzfahrzeugen der Marke "Puch" aus mehr als 120 Jahren technischer Entwicklung: die Ausstellung umfasst die Zeit der ersten Zweirad- und Automobilphase von Johann Puch, den ersten Weltkrieg, die Zwischenkriegszeit und speziell die Zeit nach 1945.

Das älteste Exponat ist ein Fahrrad aus 1889, das vermutlich in der Werkstatt von Johann Puch gebaut wurde; ebenso zu sehen sind das einmillionste vergoldete Puch-Moped VZ 50-4 und das dreimillionste Moped (Puch Maxi 2A), der Puch Haflinger (Produktionsstart 1959) und der Puch Pinzgauer (ab 1972).

Ein beachtlicher Teil der Leihgaben stammt von Magna Steyr, weitere wertvolle Exponate von privaten Leihgebern, darunter viele ehemalige Puchmitarbeiter und -mitarbeiterinnen.

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl


Johann Puch gehörte mit Carl Grundmann zu den Industriepionieren der wirtschaftlich schwer rückständigen Habsburger-Monarchie. Nach 1945 leisteten die Puchwerke Enormes für den Wiederaufbau, durchaus vergleichbar der Leistung der VW-Werke für Deutschland. Wunderbar, dass in dem neuen Museum mehr als hundert Jahre österreichischer Technik-Geschichte so exzellent dargestellt werden.

-- Glaubauf Karl, Montag, 25. Juni 2012, 12:24